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Vier Tage zel­ten in der Na­zi­hoch­burg

Quelle: inforiot

INFORIOT – Som­mer, Sonne, An­tifa – vom 24. bis 27. Au­gust fand im Strom­bad in Cott­bus zum ers­ten Mal das Janz-Weit-Draußen-Camp statt. An vier Ta­gen ha­ben über hun­dert Antifaschist*innen dis­ku­tiert, sich aus­ge­tauscht, ge­lacht und ent­spannt. Auch so­was geht in Cott­bus – dem Ort, an dem seit Mo­na­ten alle zwei Wo­chen um die 400 Neo­na­zis und
Ras­sis­ten auf­mar­schie­ren, bei­nahe täg­lich Leute be­droht und ge­schla­gen wer­den.

In An­leh­nung an das in Meck­len­burg-Vor­pom­mern seit über 10 Jah­ren statt­fin­dende al­ter­na­tive Ju­gend­camp (AJUCA), sollte es diese Form des Zusammenkommen‘s nun auch in Bran­den­burg ge­ben. Das JWD-Camp wurde durch ver­schie­dene An­ti­fa­grup­pen, linke Pro­jekte und Ein­zel­per­so­nen or­ga­ni­siert. So fand nach dem Motto: DIY (Do it yours­elf) vier Tage lang ein von Aktivist*innen selbst­or­ga­ni­sier­tes Mit­ein­an­der statt, in­dem sich Teilnehmer*innen an der Ge­stal­tung des Camps ein­brach­ten und be­tei­lig­ten.

Ver­net­zen und zu­sam­men fei­ern

Aus ganz Bran­den­burg und dar­über hin­aus ka­men Ju­gend­li­che und Er­wach­sene zu­sam­men und tausch­ten sich über die re­gio­na­len Be­din­gun­gen aus. Ver­ein­zelt wa­ren auch aus an­de­ren Bun­des­län­dern Leute vor Ort und konn­ten mit ih­ren Er­fah­run­gen den Fo­kus über­re­gio­nal er­wei­tern.

An den Aben­den gab es dann ein ent­spann­tes Zu­sam­men­kom­men mit „Mukke aus der Dose“ oder auch ver­schie­dene Liveact‘s. So wa­ren am Frei­tag Lena Sto­ehr­fak­tor, Pö­bel MC und Yansn vor Ort und am Sams­tag die Lie­der­ma­cher Atze Well­blech.

Sich bil­den und ge­mein­sam dis­ku­tie­ren

In den Ta­gen gab es ein the­ma­tisch weit ge­fä­cher­tes Bil­dungs­pro­gramm, wel­ches sich so­wohl in­halt­li­chen Fra­gen wid­mete als auch prak­ti­sche An­ge­bote be­reit hielt. Ein Fo­kus lag da­bei auf dem Aus­tausch der un­ter­schied­li­chen Ge­ne­ra­tio­nen, der zu dem Camp an­ge­reis­ten Teilnehmer*innen. So ging es z.B. um die Frage nach der Ge­stal­tung von po­li­ti­scher Ar­beit mit Kind und wie es wei­ter­hin mög­lich ist, ne­ben der dop­pel­ten
Be­las­tung, auch po­li­tisch ak­tiv sein zu kön­nen. In ei­nem an­de­ren Work­shop dis­ku­tier­ten die Teilnehmer*innen das Pro­blem des do­mi­nan­tes Ver­hal­ten und Männ­lich­keit in po­li­ti­schen Zu­sam­men­hän­gen und such­ten ge­mein­same Lö­sungs­an­sätze.

Am letz­ten Abend gab es mit der Buch­vor­stel­lung „30 Jahre An­tifa in Ost­deutsch­land“ auch noch­mal ei­nen zeit­li­chen Ab­riss, wel­cher Ver­än­de­run­gen der Be­we­gung auf­zeigte und Be­richte von Forscher*innen und Aktivist*innen preis gab.

High­lights

Ei­nes der High­lights des Wo­chen­en­des war de­fi­ni­tiv das som­mer­li­che Wet­ter, das Ge­lände des Strom­bads, wel­ches di­rekt an der Spree liegt und dort mit Strand und selbst ge­bau­tem Floß, eine ent­spannte At­mo­sphäre schaffte.

Darum Cott­bus

Das Camp aus­ge­rech­net in Cott­bus zu or­ga­ni­sie­ren, kommt nicht von un­ge­fähr: Im Ver­gleich zu an­de­ren Ge­gen­den Bran­den­burgs gibt es hier eine be­stän­dig ge­walt­tä­tige Neo­na­zi­szene, die ge­mein­sam mit ei­nem brei­ten Spek­trum an Ras­sis­ten von AfD bis Zu­kunft Hei­mat, rech­ten Fuß­ball­hoo­li­gans und an­de­ren Neo­na­zis alle zwei Wo­chen in der Stadt
de­mons­trie­ren. Aus die­ser Droh­ku­lisse her­aus fan­den An­griffe auf Gegendemonstrant*innen statt, die sich ein­rei­hen in eine Viel­zahl von ras­sis­ti­schen Überg­rif­fen in der Re­gion. Umso wich­ti­ger ist ein sol­ches an­ti­fa­schis­ti­sche Camp als star­kes Si­gnal ge­gen die rechte Stra­ßen­ge­walt und or­ga­ni­sierte Neo­na­zi­szene.

Umso mehr ist die­ses Camp in Süd­bran­den­burg ein wich­ti­ges po­li­ti­sches Zei­chen ge­we­sen, wel­ches als er­folg­reich zu wer­ten ist: Sup­port your lo­cal An­tifa.

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