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• »Thor Steinar« nimmt Logo vom Markt •
• Mode von »Thor Steinar« bald ohne Runen •
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"Thor Steinar" nimmt Logo vom Markt

12.11.2004 Berliner Zeitung

"Thor Steinar" nimmt Logo vom Markt
Umstrittene Firma beugt sich dem Druck der Justiz

mak.

ZEESEN. Die von Rechtsradikalen bevorzugte Bekleidungsmarke "Thor Steinar" nimmt ihr umstrittenes Runenlogo vom Markt. "Die Firma hat alle Händler aufgefordert, die Logos zu entfernen oder die Ware zurückzugeben", sagte Markus Roscher, Rechtsanwalt der Firma Mediatex, am Donnerstag der Berliner Zeitung. Mediatex produziert und vertreibt die umstrittene "Thor Steinar"-Kleidung. Die Firma aus Zeesen bei Königs Wusterhausen beugt sich damit dem Druck der Staatsanwaltschaft Neuruppin. Auf Antrag der Neuruppiner Behörde hatte das Amtsgericht Königs Wusterhausen bereits am Dienstag eine bundesweite Beschlagnahme jener Textilien angeordnet. Die Neuruppiner Staatsanwaltschaft ist der Auffassung, dass jenes Runenlogo "nationalsozialistischen Symbolen zum Verwechseln ähnlich ist". Diese Runen seien während der NS-Diktatur von der SA beziehungsweise der Waffen-SS getragen worden. Ein 23-Jähriger hat vom Amtsgericht Prenzlau wegen des Tragens eines "Thor Steinar"-Pullovers bereits einen Strafbefehl erhalten. Weitere Verfahren sind anhängig. Mehrere Läden wurden bereits polizeilich durchsucht.

Die Generalstaatsanwaltschaft in Brandenburg/Havel stellte sich am Donnerstag hinter die Neuruppiner Behörde: "Wir haben die anderen Staatsanwaltschaften angewiesen, ebenfalls so zu verfahren", sagte Rolf Grünebaum von der Generalstaatsanwaltschaft. Die oberste Behörde hofft aber weiter auf eine höhergerichtliche Entscheidung. "Die Generalstaatsanwaltschaft hat uns angewiesen, den Beschluss zur Beschlagnahmung vorerst nicht zu vollstrecken", sagte die Neuruppiner Staatsanwältin Lolita Lodenkämper. Am Donnerstagabend erklärte Rechtsanwalt Roscher der Berliner Zeitung, dass er Rechtsmittel gegen den Beschluss des Amtsgerichtes Königs Wusterhausen einlegen werde. Der Firma entstehe durch die Entscheidung der Justiz "ein existenzgefährdender Schaden", sagte Roscher. "Aber ein neues Logo ist bereits in der Mache", so der Anwalt. (mak.)

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