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· NPD und AfD halten Kundgebungen innerhalb einer Woche in Frankfurt (Oder) ab

Rechte Wahl­kämpfe auf der lin­ken Oder­seite

Quelle: Inforiot
Die NPD am Abgrund? Keine wollte der NPD am Ufer der Oder zuhören.

Die NPD am Ab­grund? Kei­ner wollte der NPD am Ufer der Oder zu­hö­ren.

In­fo­riot – NPD und AfD hal­ten Kund­ge­bun­gen in­ner­halb ei­ner Wo­che in Frank­furt (Oder) ab.

NPD – spon­tan im Ab­seits.

Am 75. Jah­res­tag des Be­ginns des Zwei­ten Welt­kriegs in Eu­ropa ver­an­stal­tete die Bran­den­bur­ger NPD spon­tan eine Wahl­kampf­kund­ge­bung in Frank­furt (Oder). Di­rekt an der Oder, ab­seits von dem übli­chen Lauf­pu­bli­kum, ver­suchte sich die neo­na­zis­ti­sche Par­tei am 1. Sep­tem­ber ab etwa 16h mit kaum mehr als 10 An­hän­ge­rIn­nen ihre The­men zur Lamd­tags­wahl zu prä­sen­tie­ren. Nach an­geb­lich knapp 80 Kund­ge­bun­gen seit Mai woll­ten sie mit dem Schwer­punkt-The­men Grenz­kri­mi­na­li­tät und Asyl­miss­brauch so­wie an­geb­li­che Über­frem­dung die Gunst der po­ten­zi­el­len Wähler*innen ge­win­nen. Trotz der het­ze­ri­schen Re­den von Klaus Beier, Ai­leen Roh­kohl, Ronny Za­sowk und den Ber­li­ner NPD-Vor­sit­zen­den und ein­schlä­gig vor­be­straf­ten Neo­nazi Se­bas­tian Schmidtke gab es so gut wie keine Zuhörer*innen. Frank Maar, ei­gent­lich Di­rekt­kan­di­dat für den Frank­fur­ter Wahl­kreis für die Wahl am 14. Sep­tem­ber, war nicht er­schie­nen.

Trotz der kurz­fris­ti­gen und ge­mein­ge­hal­te­nen Kund­ge­bung for­mierte sich am Rande eine grö­ßere Kund­ge­bung we­nige Me­ter ent­fernt, die sich ei­gent­lich zur Ge­denk­feier zum Welt­frie­dens­tag an der Frie­dens­glo­cke ver­sam­melt hatte. Nach Ab­schluss der vom Frie­dens­netz all­jähr­lich durch­ge­führ­ten Ver­an­stal­tung zo­gen etwa 100 Antifaschist*innen di­rekt in Rich­tung der NPD-Kund­ge­bung. Die an­schei­nend da­von über­raschte Po­li­zei hatte an­fäng­lich Pro­bleme die Gegendemonstrant*innen den Weg zu ver­sper­ren. So konnte eine laut­starke De­mons­tra­tion die NPD-Ver­an­stal­tung stö­ren. Die we­ni­gen Passant*innen zeig­ten sich mit den Demonstrant*innen so­li­da­risch und schlos­sen sich die­sen an.

Frus­tiert zo­gen die Neo­na­zis nach nicht ein­mal ei­ner Stunde ab und fuh­ren wei­ter nach Co­schen. Hier wird der­zeit ein neuer Grenz­über­gang nach Po­len ge­baut. Mit ei­ner 12stündigen Mahn­wa­che wollte die NPD hier auf die an­geb­li­chen Ge­fah­ren durch of­fene Gren­zen auf­merk­sam ma­chen.

Mit falschem Chruchill-Zitat, versucht die Afd in Frankfurt (Oder) gegen Antifaschist*innen zu hetzen. Das spricht auch viele Neonazis an. Inzwischen befürworten einige die Wahl der rechtskonservativen Partei. (Foto: pressedienst ffo)

Mit fal­schem Chru­chill-Zi­tat, ver­sucht die Afd in Frank­furt (Oder) ge­gen Antifaschist*innen zu het­zen. Das spricht auch viele Neo­na­zis an. In­zwi­schen be­für­wor­ten ei­nige die Wahl der rechts­kon­ser­va­ti­ven Par­tei. (Foto: pres­se­dienst ffo)

AfD – mit Bier, Würst­chen und Neo­na­zis

Am ver­gan­ge­nen Sams­tag, den 6. Sep­tem­ber prä­sen­tierte sich die Frank­fur­ter AfD mit ei­ner gro­ßen Kund­ge­bung vor dem Frank­fur­ter Rat­haus. Ne­ben Bier­wa­gen und Würst­chen­stand wa­ren die wei­te­ren High­lights an dem Tag die Wahl­kampf­auf­tritte von Alex­an­der Gau­land, Spit­zen­kan­di­dat der rechts­kon­ser­va­ti­ven Par­tei zu Bran­den­burg-Wahl und Bernd Lu­cke, Par­tei­vor­sit­zen­der und Ab­ge­ord­ne­ter im Eu­ropa-Par­la­ment. Trotz der mi­se­ra­blen Re­den der Frank­fur­ter AfD-Ab­ge­ord­ne­ten Hart­mut Händschke und Wilko Möl­ler, die zu­dem of­fen­sicht­li­che Un­wahr­hei­ten ver­brei­te­ten, fan­den sich knapp 40 Men­schen ein um der AfD zu­zu­hö­ren.

Spit­zen­kan­di­dat Alex­an­der Gau­land, rhe­to­risch deut­lich bes­ser ge­wandt, griff die Lan­des­re­gie­rung für die ver­fehlte Asyl­po­li­tik und durch of­fene Gren­zen stei­gende Kri­mi­na­li­tät an. For­de­run­gen nach ei­ner schnel­len Rück­füh­rung von Flücht­lin­gen und ge­schlos­se­nen Gren­zen er­in­ner­ten stark an die Re­den der NPD vor knapp ei­ner Wo­che nur we­nige 100 Me­ter ent­fernt.

Un­ter den Zuschauer*innen be­fan­den sich auch fol­ge­rich­tig auf­fal­lend viele Neo­na­zis. So wa­ren ne­ben ge­walt­be­rei­ten FCV-Hoo­li­gans auch der ehe­ma­lige NPD-Ka­der Ro­nald Weiß, so­wie der ehe­ma­lige Per­so­nen­schüt­zer von Hol­ger Ap­fel, Rocco Kilz un­ter dem Pu­bli­kum. Rocco Kilz war 2003 Spit­zen­kan­di­dat der NPD bei den Kom­mu­nal­wah­len und ver­pas­sende nur knapp den Ein­zug in den Kreis­tag des Land­krei­ses Oder-Spree. 2006 war er beim An­griff auf die Jour­na­lis­tin An­drea Röpke be­tei­ligt, als diese zu ei­nem Tref­fen der in­zwi­schen ver­bo­te­nen Hei­mat­treuen deut­schen Ju­gend (HdJ) in Blan­ken­felde (Teltow-Fläming) re­cher­chie­ren wollte. Der Frak­ti­ons­vor­sit­zende der Frank­fur­ter AfD im Stadt­par­la­ment Wilko Möl­ler be­grüßte ihn mit Hand­schlag am Bier­wa­gen.

Doch auch Gegendemonstrant*innen wa­ren vor Ort. Als Bernd Lu­cke die Bühne be­trat, for­mierte sich eine Ge­gen­kund­ge­bung aus Antifaschist*innen, Bürger*innen so­wie Anhänger*innen von DIE PARTEI. Die knapp etwa 50 Demonstrant*innen wur­den von den we­ni­gen Po­li­zei­kräf­ten so­fort und mit­tels kör­per­li­cher Ge­walt von der AfD-Kund­ge­bung ab­ge­drängt. Ein­zelne Anhänger*innen der Par­tei stell­ten sich hin­ter die Polizist*innen und be­klatsch­ten das harte Ein­grei­fen der Po­li­zei. Wilko Möl­ler, selbst Po­li­zist bei der Bun­des­po­li­zei, dankte „sei­nen“ Kolleg*innen für den durch­grei­fen­den Ein­satz.

Es ist Zeit für die Banane. DIE PARTEI nutzte die AfD-Veranstaltung zu eigener Wahlversprechen. (Foto: pressedienst ffo)

Es ist Zeit für die Ba­nane. DIE PARTEI nutzte die AfD-Ver­an­stal­tung zu ei­ge­ner Wahl­ver­spre­chen. (Foto: pres­se­dienst ffo)

Die AfD er­hielt der der letz­ten Kom­mu­nal­wahl im Mai 11,6% der Stim­men in Frank­furt (Oder) und zog mit fünf Ab­ge­ord­ne­ten ins Stadt­par­la­ment ein. Die Pro­gno­sen zur kom­men­den Land­tags­wahl se­hen die Par­tei lan­des­weit bei etwa 8%. Ein Ein­zug in Frak­ti­ons­stärke scheint da­mit mehr als wahr­schein­lich.

Gegenprotest wurde schon frühzeitig von der Polizei abgedrängt. (Foto: pressedienst ffo)

Ge­gen­pro­test wurde schon früh­zei­tig von der Po­li­zei ab­ge­drängt. (Foto: pres­se­dienst ffo)

Mut zur Wahrheit!

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