Inforiot

Alternative News & Termine für Brandenburg

Rechte Ge­walt in Bran­den­burg auf un­ver­än­dert ho­hem Stand

Quelle: Opferperspektive e.V.

Der Ver­ein Op­fer­per­spek­tive e.V. zählt für das Jahr 2016 in Bran­den­burg 221 rechte An­griffe. Dies ist ein er­neu­ter An­stieg im Ver­gleich zum Jahr 2015 (203). Ge­gen­über 2014 ha­ben sich die An­griffs­zah­len mehr als ver­dop­pelt (98).

Die Mehr­heit der Ta­ten wa­ren ras­sis­tisch mo­ti­vierte An­griffe. So­wohl ihre ab­so­lute Zahl als auch ihr pro­zen­tua­ler An­teil an den rech­ten Ge­walt­ta­ten nah­men er­neut er­heb­lich zu – von 142 An­grif­fen im Jahr 2015 auf 175 im Jahr 2016, bzw. von 68 auf 79 Pro­zent.

Ne­ben den 175 ras­sis­ti­schen An­grif­fen, wur­den 24 Ta­ten aus Hass ge­gen po­li­ti­sche Geg­ne­rIn­nen ver­übt, 14 rich­te­ten sich ge­gen nicht-rechte Per­so­nen, je 1 war so­zi­al­dar­wi­nis­tisch bzw. an­ti­se­mi­tisch mo­ti­viert. Zwei Mal wur­den Men­schen auf­grund ih­rer se­xu­el­len Ori­en­tie­rung an­grif­fen und vier Ge­walt­ta­ten rich­te­ten sich ge­gen Jour­na­lis­tIn­nen, die über rechte Ak­ti­vi­tä­ten be­rich­te­ten. Bei der über­wie­gen­den Mehr­heit der Ta­ten han­delte es sich um Kör­per­ver­let­zun­gen, da­von 85 ein­fa­che (2015: 61) und 101 ge­fähr­li­che (2015: 76). Es wur­den 13 Nö­ti­gun­gen und Be­dro­hun­gen (2015: 30), 6 Sach­be­schä­di­gun­gen (2015: 19) und 9 Brand­stif­tun­gen (2015: 10) Brand­stif­tun­gen ge­zählt. Von den An­grif­fen wa­ren 335 Men­schen di­rekt be­trof­fen und min­des­tens 196 in­di­rekt (z.B. An­ge­hö­rige und Zeu­gIn­nen). Wei­ter­hin geht die Op­fer­per­spek­tive von ei­nem ho­hen Dun­kel­feld aus, vor al­lem bei An­grif­fen ge­gen Ge­flüch­tete.

Die Si­tua­tion bleibt lan­des­weit be­sorg­nis­er­re­gend. Zwar ist punk­tu­ell ein Rück­gang rech­ter Ge­walt­ta­ten fest­zu­stel­len (in Pots­dam, Ober­ha­vel und Dahme-Spree­wald). In den meis­ten Land­krei­sen ist je­doch ein wei­te­rer An­stieg bzw. gleich­blei­bend hohe An­griffs­zah­len zu ver­zeich­nen. Be­son­ders be­droh­lich ist die Si­tua­tion in Frankfurt/Oder und Cott­bus. Hier ist eine über­pro­por­tio­nale Zu­nahme rech­ter Ge­walt zu ver­zeich­nen. In Cott­bus zeu­gen 41 rechte An­griffe im Jahr 2016 da­von, dass eine mi­li­tante rechte Szene ver­sucht, den öffent­li­chen Raum der Stadt zu do­mi­nie­ren.

Ins­be­son­dere der hohe An­teil ras­sis­ti­scher Ge­walt­ta­ten lässt sich auf ei­nen ent­hemm­ten Ver­trei­bungs­wil­len bei den Tä­te­rIn­nen zu­rück­füh­ren. Ju­dith Po­rath, Ge­schäfts­füh­re­rin der Op­fer­per­spek­tive er­klärt dazu: „Die vie­len ras­sis­ti­schen An­griffe spre­chen da­für, dass es den Tä­te­rIn­nen darum geht, Mi­gran­tIn­nen und Ge­flüch­tete um je­den Preis zu ver­trei­ben – so­wohl aus ih­rer Nach­bar­schaft als auch aus dem Land. Be­droh­lich viele Men­schen in Bran­den­burg ha­ben keine Hem­mun­gen, ih­ren ras­sis­ti­schen An­sich­ten im All­tag ge­walt­tä­tig Aus­druck zu ver­lei­hen. Da­bei schre­cken sie auch nicht da­vor zu­rück, Frauen, Kin­der oder Ju­gend­li­che an­zu­grei­fen.“

Die Op­fer­per­spek­tive ruft Zi­vil­ge­sell­schaft, Kom­mu­nal­ver­wal­tun­gen und Lan­des­re­gie­rung auf, al­les da­für zu tun, die rechte Ge­walt­welle zu be­en­den. Dazu ist es not­wen­dig ras­sis­ti­scher Hetze ent­schie­den ent­ge­gen­zu­tre­ten, Dis­kri­mi­nie­run­gen ab­zu­bauen und ein ge­walt­freies Zu­sam­men­le­ben al­ler Men­schen in Bran­den­burg zu för­dern.

Im An­hang fin­den Sie das Hin­ter­grund­pa­pier der Op­fer­per­spek­tive zur Ver­öf­fent­li­chung der An­griffs­zah­len mit aus­führ­li­chen Ana­ly­sen, so­wie eine gra­fi­sche Auf­schlüs­se­lung der Zah­len zur freien Ver­wen­dung. Bei Nut­zung der Gra­fik bit­ten wir um Nen­nung der Quelle (Peer Neu­mann / Op­fer­per­spek­tive).

Für Rück­fra­gen am 9.3.2017 ab 12 Uhr ste­hen Ih­nen zur Ver­fü­gung:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Inforiot