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Ra­the­now: Rech­tes „Bür­ger­bünd­nis“ er­in­nerte an „Deut­schen Völ­ker­mord“ in Dres­den

Quelle: Presseservice Rathenow

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Am Diens­tag­abend führte die rechte Ver­ei­ni­gung „Bür­ger­bünd­nis Ha­vel­land“ eine Ver­samm­lung zum Ge­den­ken an die To­ten ei­nes Luft­an­griffs auf die Stadt Dres­den, wäh­rend des Zwei­ten Welt­krie­ges, durch. An der Ver­an­stal­tung be­tei­lig­ten sich un­ge­fähr 20 Per­so­nen aus dem Land­kreis Ha­vel­land so­wie dem Land Ber­lin. Das so­wohl his­to­risch als auch gram­ma­ti­ka­lisch be­denk­li­che Motto der abend­li­chen Zu­sam­men­kunft lau­tete: „Im Zei­chen an den deut­schen Völ­ker­mord“. Wei­tere Schwie­rig­kei­ten be­rei­tete dem „Bür­ger­bünd­nis“ of­fen­bar die recht­schreib­lich kor­rekte Dar­stel­lung des Wor­tes „Bomba(r)dierung“ in ei­ner par­al­lel zu ei­nem Re­de­bei­trag ab­ge­spiel­ten Vi­deo­prä­sen­ta­tion.

Der Di­let­tan­tis­mus der selbst­er­nann­ten Er­hal­ter der deut­schen Kul­tur konnte je­doch nicht dar­über hin­weg­täu­schen, dass auf der Ver­samm­lung am Diens­tag­abend auch knall­har­ter Ge­schichts­re­vi­sio­nis­mus ver­brei­tet wurde. Be­reits der Vor­sit­zende der Ver­ei­ni­gung „Bür­ger­bünd­nis Ha­vel­land e.V.“ er­öff­nete die Ver­an­stal­tung mit den Wor­ten, dass diese ganz im „Zei­chen des deut­schen Völ­ker­mor­des“ stehe. Daran an­knüp­fend hielt der mut­maß­li­che Chef­ideo­loge des Ver­eins, ein be­tag­ter Dok­tor, ei­nen sehr per­sön­lich ge­färb­ten Re­de­bei­trag zum Luft­an­griff auf die Stadt Dres­den im Fe­bruar 1945. Den­noch be­diente er sich auch der übli­chen Ar­gu­mente, die ins­be­son­dere Ge­schichts­re­vi­sio­nis­ten nut­zen, um die his­to­ri­sche Schuld des Deutsch­lands am Zwei­ten Welt­krieg zu re­la­ti­vie­ren. Da­bei be­zwei­felte der ältere Herr auch die von His­to­ri­kern ge­schätzte Zahl der To­des­op­fer des Luft­an­griffs an. Vom Dok­tor wur­den sel­ber aber keine ei­ge­nen Zah­len be­nannt. Dies über­nahm dann der Kas­sen­wart der rech­ten Ver­ei­ni­gung „Bür­ger­bünd­nis Ha­vel­land e.V.“, bei sei­nem Re­de­bei­trag am Ende der Ver­samm­lung. Er sprach von ei­nem „Völ­ker­mord“ am deut­schen Volk, bei dem un­ge­fähr 300.000 Men­schen zu „Staub“ zer­fie­len.

Kom­plet­tiert wurde die Red­ner­liste durch eine Ab­ge­sandte der Ber­li­ner Ver­ei­ni­gung „BÄRGIDA“. Diese äußerte sich zu­nächst eben­falls zum Luft­an­griff auf Dres­den, be­vor sie, wie üblich, ge­gen die GRÜNEN, Gen­der-Main­stream und die Bun­des­po­li­tik po­le­mi­sierte so­wie Schluss­end­lich zum Sturz der Bun­des­re­gie­rung auf­rief.

Die Er­in­ne­rung an den Luft­an­griff auf Dres­den und ins­be­son­dere die Kul­ti­vie­rung his­to­risch längst wi­der­ge­leg­ter Op­fer­my­then ge­hört seit Jahr­zehn­ten zum Stan­dard­re­per­toire von al­ten und neuen Na­zis so­wie Ge­schichts­re­vi­sio­nis­ten. Ih­nen al­len ist ge­mein, dass sie ver­su­chen die Zer­stö­rung der Stadt als schwe­res Ver­bre­chen ge­gen die Gräu­el­ta­ten des NS Re­gimes auf­zu­rech­nen. Da­bei ist der Bo­den für der­ar­ti­ges Ge­dan­ken­gut in Be­zug auf die Stadt Dres­den be­son­ders frucht­bar, da viele Men­schen, wi­der bes­se­rer Er­kennt­nisse aus der For­schung, nach wie vor daran glau­ben, dass wäh­rend der Luft­an­griffe im Fe­bruar 1945 mehr als eine vier­tel­mil­lion Men­schen ums Le­ben ge­kom­men seien. Die­ser Irr­glaube be­ruht aber tat­säch­lich auf ei­ner Fäl­schung des NS Pro­pa­gan­da­mi­nis­te­ri­ums, bei wel­cher der of­fi­zi­el­len An­zahl der To­ten ein­fach eine Null an­ge­hängt wurde.

Fo­tos: hier

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