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Ra­the­now: Pein­li­che Vi­deo­ak­tion der “Pa­trio­ten Cott­bus”

Quelle: Presseservice Rathenow

In der ver­gan­ge­nen Wo­che ver­öf­fent­lich­ten die „Pa­trio­ten Cott­bus“ auf ih­rem So­ci­al­me­dia-Pro­fil ein ein­mi­nü­ti­ges Vi­deo, in dem Ak­teure der Gruppe „hel­den­haft“ eine Pa­role auf eine Mauer sprüh­ten. Das Film­do­ku­ment (https://www.facebook.com/1801007430170823/videos/1876720775932821/)zeigt die Ak­tion aus der Tä­ter­per­spek­tive und hat mitt­ler­weile un­ge­fähr 22.000 Auf­rufe. Al­ler­dings dürfte dies we­ni­ger an der äußerst un­spek­ta­ku­lä­ren Ak­tion an­sich lie­gen, son­dern eher an der un­frei­wil­li­gen Slap­stick der un­be­kann­ten Ak­teure. Ent­spre­chend hu­mor­voll ge­stal­te­ten sich die meis­ten Re­ak­tio­nen in der Kom­men­tar­spalte. Wohl auch, weil die Ver­öf­fent­li­chung des Vi­deos im So­ci­al­me­dia mit äußerst un­pa­trio­ti­scher Recht­schrei­bung („Pa­trio­ten Deutsch­land hat wie ein Zei­chen ge­setzt!!!“) un­ter­legt war.

Ra­the­now statt Cott­bus-San­dow

2017.02.11 Rathenow Parole Berliner Str

„Mer­kel muss weg“-Parole der „Pa­trio­ten Cott­bus“ in der Ber­li­ner Straße in Ra­the­now.

Doch nicht nur der eher pein­li­che Film­dreh und das am­bi­va­lente Ver­hält­nis zur deut­schen Spra­che ge­rie­ten zum Mega-Fail der selbst­er­nann­ten „Pa­trio­ten Cott­bus“, son­dern auch der ver­meint­li­che Ak­ti­ons­ort. Denn die Mauer, die be­sprüht wurde, be­fin­det sich gar nicht, wie an­ge­ge­ben, in Cott­bus-San­dow, son­dern viel­mehr in der ha­vel­län­di­schen Kreis­stadt Ra­the­now. Die Ein­frie­dung ge­hört zum Rat­haus in der Ber­li­ner Straße. Und auch der auf der Mauer ge­sprühte Slo­gan: „Mer­kel muss weg und Se­ger – Scheiss Asyl“ (Recht­schrei­bung im Ori­gi­nal) hat eher eine Schnitt­stelle zur Lo­kal­po­li­tik in Ra­the­now, als in Cott­bus. Mit „Se­ger“ dürfte näm­lich der Ra­the­nower Bür­ger­meis­ter Ro­nald See­ger (CDU) ge­meint sein, der im be­nach­bar­ten Rat­haus sein Amt aus­übt.

Ver­bin­dun­gen zu ähn­li­chen Sprüh­ak­tio­nen

Es ist übri­gens nicht das erste mal, dass Pa­ro­len mit dem Slo­gan „Mer­kel muss Weg“ im Raum Ra­the­now an­ge­bracht wur­den. Un­be­kannte hat­ten diese Pa­role dort bis­her an min­des­tens 21 Stel­len, vor al­lem auf Aus­fall­stra­ßen aus der Stadt, an­ge­bracht. Auch bei die­sen Slo­gans war die „al­ter­na­tive“ Recht­schreib­va­ri­ante mar­kant. Ge­fasst wur­den der oder die Tä­ter bis­her je­doch noch nicht. Erste Rei­ni­gungs­maß­nah­men der Stra­ßen­meis­te­rei sol­len, nach An­ga­ben der Mär­ki­schen All­ge­mei­nen Zei­tung vom 29. Juli 2016, je­doch be­reits ca. 4.000,00 Euro ver­schlun­gen ha­ben.

Ra­the­nower Fuß­ball­fan als Haupt­ak­teur

2016.03.09 Potsdam POGIDA und Proteste (34)

Lutz M. ist be­ken­nen­der Fuß­ball Fan. Hier wäh­rend ei­nes PO­GIDA-Auf­zug im März 2016 in Pots­dam.

Als Haupt­ak­teur der „Pa­trio­ten Cott­bus“ gilt der Selbst­stän­dige Lutz M. aus Ra­the­now. Er be­kennt sich durch das Tra­gen von ent­spre­chen­den Klei­dungs­auf­dru­cken zu die­ser Gruppe bzw ist auf meh­re­ren Fo­tos, die auf de­ren So­ci­al­me­dia-Pro­fil ver­brei­tet wer­den, in ein­deu­ti­gen Po­sen zu se­hen. Fer­ner ver­an­stal­tete M. am 15. Ok­to­ber 2016 mit 34 wei­te­ren Ge­sin­nungs­ge­nos­sen eine Ver­samm­lung der „Pa­trio­ten Cott­bus“ in Cott­bus. Eine wei­tere Ver­an­stal­tung sei in Pla­nung.

M. wurde in Ra­the­now vor al­lem durch das hier seit Ok­to­ber 2015 auf­tre­tende rechte „Bür­ger­bünd­nis Ha­vel­land“ po­li­tisch ge­prägt. Bis zum Früh­jahr 2016 nahm er an na­hezu je­der Ver­samm­lung die­ser in­zwi­schen zu ei­nem Ver­ein ge­wach­se­nen Grup­pie­rung teil. Mehr­fach trug M. da­bei das Front­ban­ner des „Bür­ger­bünd­nis­ses Ha­vel­land“, im­mer er­kenn­bar an der Mütze mit dem Auf­druck ei­ner be­kann­ten Cott­bus­ser Fuß­ball­mann­schaft. Dies scheint übri­gens auch seine per­sön­li­che Haupt­ver­bin­dung zur Stadt Cott­bus zu sein. Eine wei­tere exis­tierte zeit­weise über eine jetzt in Ber­lin ak­tive Cott­bus­se­rin im BÄRGIDA Um­feld.

Auch wenn er in Ra­the­now, u.a. auf­grund sei­ner pein­li­chen Live-Be­richt­erstat­tun­gen aus der Kü­che, über­haupt nicht ernst ge­nom­men wird und selbst im ei­ge­nen Mi­lieu viel Häme ein­ste­cken muss, ist  bei M.seit ge­rau­mer Zeit eine ste­tige Ra­di­ka­li­sie­rung fest­zu­stel­len. Gerne tritt er im Stadt­ge­biet ver­mummt auf, pö­belt und droht oder po­siert auf ei­nem So­ci­al­me­dia-Bild­nis mit ei­ner Schusswaffe.Auf letzt ge­nann­tem Foto ist M. übri­gens mit ei­nem Pull­over ge­klei­det, des­sen mar­kan­ter Auf­druck auch in der An­fangs­se­quenz des ein­gangs er­wähn­ten Vi­deos zu er­ken­nen ist.

2016.08.04 Socialmedia Lutz M

Bis­her nur In­ter­net­mi­li­tanz: Lutz M. mit Schuss­waffe (Screen­shot sei­nes So­ci­al­me­dia-Pro­fils)

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