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Ras­sis­ti­sche Po­li­zei­kon­trolle in Ebers­walde

Quelle: Initiative Barnim für alle

Am Diens­tag, den 10.10.2017, ge­gen 10 Uhr wur­den zwei so­ma­li­sche Män­ner mit dunk­ler Haut­farbe am Bahn­hof Ebers­walde auf dem Bahn­steig von zwei Polizist*innen ohne er­sicht­li­chen An­lass kon­trol­liert, ne­ben ih­nen lau­fende Men­schen mit „wei­ßer“ Haut­farbe wur­den nicht kon­trol­liert.

Die bei­den Be­trof­fe­nen wur­den von den Polizist*innen un­freund­lich, her­ab­las­send und ag­gres­siv be­han­delt. Sie muss­ten sich aus­wei­sen, wur­den ab­ge­tas­tet, ihre Ta­schen und Ruck­sä­cke wur­den durch­sucht und sie wur­den mit ei­ner Vi­deo­ka­mera ge­filmt. Ob­wohl die Be­trof­fe­nen nach dem Grund für die Kon­trol­len frag­ten, ga­ben die Polizist*innen dar­auf keine Ant­wort.

Mit „Ra­cial Pro­filing“ wird die Me­thode be­zeich­net, das Er­schei­nungs­bild – also etwa Haut­farbe oder Ge­sichts­züge – ei­ner Per­son als Ent­schei­dungs­grund­lage für po­li­zei­li­che Maß­nah­men wie Per­so­nen­kon­trol­len, Er­mitt­lun­gen und Über­wa­chun­gen her­an­zu­zie­hen. Recht­lich dür­fen Ver­dachts­mo­mente nur auf das Ver­hal­ten von Per­so­nen und auf ob­jek­tive Be­weise, nicht aber auf ihr Er­schei­nungs­bild ge­stützt
wer­den. Im Jahr 2012 stufte das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Rhein­land-Pfalz „Ra­cial Pro­filing“ als il­le­gal ein, weil es ge­gen das Dis­kri­mi­nie­rungs­ver­bot des Grund­ge­set­zes ver­stoße.

Die „In­itia­tive Bar­nim für alle“ for­dert die Po­li­zei auf, die dis­kri­mi­nie­rende Me­thode des „Ra­cial Pro­filing“ in Zu­kunft nicht mehr an­zu­wen­den. Au­ßer­dem sollte sich die Po­li­zei­lei­tung bei den Be­trof­fe­nen für die er­nied­ri­gende Be­hand­lung ent­schul­di­gen.

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