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Q – Ge­gen Lu­ther, Papst und Fürs­ten – Al­les ge­hört Al­len!

Quelle: freiLand Potsdam

In der Re­pu­blik wird die­ses Jahr “500 Jahre Lu­ther” ge­fei­ert. Al­ler­dings fin­den sich Lu­thers Fun­da­men­ta­lis­mus und die Bru­ta­li­tät der Lu­ther­schen Äuße­run­gen, sein Ju­den- und Frau­en­hass und seine wahn­hafte Apo­ka­lyp­tik nicht so recht im Mar­ke­ting­kon­zept von Welt­of­fen­heit, To­le­ranz und Fried­fer­tig­keit wie­der, wel­ches zu die­sem his­to­ri­schen Er­eig­nis er­mit­telt wer­den soll.

Aus die­sem Grund ha­ben wir zum 31. Ok­to­ber, der die­ses Jahr zum bun­des­wei­ten Fei­er­tag zu Eh­ren Lu­thers ge­macht wurde, mit De­nis Mo­schito, Ruth Ma­rie Krö­ger, Mi­chael Kelle und Jörg Pohl ein ein hoch­ka­rä­ti­ges Schau­spie­ler­en­sem­ble nach Pots­dam in den Spar­ta­cus ein­ge­la­den. Sie zei­gen die sze­ni­sche Le­sung „Q“, die uns die Zeit des Re­nais­sance-Hu­ma­nis­mus und der Re­for­ma­tion aus ei­ner – be­son­ders im „Lu­ther­jahr“ – un­ge­wöhn­li­chen Per­spek­tive er­le­ben lässt.

In­sze­niert wurde das Stück von Tho­mas Eber­mann und Bert­hold Brun­ner. Wer die letz­ten Stü­cke von Tho­mas Eber­mann im Spar­ta­cus er­le­ben durfte, „Der Fir­men­hym­nen­han­del“ und „Der Ein­di­men­sio­nale Mensch“, wird wis­sen, dass er es vor­treff­lich ver­steht ei­nen Stoff zu in­sze­nie­ren, wel­cher die Fin­ger in die Wun­der der Ge­gen­wart legt.

1517 – 1555: Fast vier­zig Jahre ist er, der so oft sei­nen Na­men zu wech­seln ge­zwun­gen ist, da­bei. Keine fromme oder un­fromme Ket­ze­rei lässt er aus. Kei­nen Auf­stand ge­gen die kle­ri­kale und fürst­li­che Macht ver­passt er. Als Ver­trau­ter Tho­mas Münt­zers wird des­sen Credo – «al­les ge­hört al­len» – auch zu sei­nem. Die Nie­der­lage im Bau­ern­krieg (1525) lässt ihn als ei­nen der we­ni­gen Über­le­ben­den zu­rück. Bei den Wie­der­täu­fern trägt er die Ver­ant­wor­tung zur Ver­tei­di­gung der Stadt Müns­ter, aus der das neue Je­ru­sa­lem wer­den soll. Er fei­ert mit, bei den aus­ge­las­se­nen Fes­ten der Siege; er wird Zeuge der Ver­wand­lung re­vo­lu­tio­nä­rer Am­bi­tio­nen in re­li­giö­sen Wahn, beim Um­schlag von Be­frei­ung in Ter­ror. Er wan­dert durch das «Eu­ropa der ge­schei­ter­ten Auf­stände», durch ver­lo­rene Schlach­ten und Nie­der­la­gen, die Ver­zweif­lung er­zeu­gen und Re­si­gna­tion na­he­le­gen.

Wo im­mer er in­vol­viert ist, ist auch ein Zwei­ter zu­ge­gen. Un­er­kannt und zu­nächst nur als eine vage Ah­nung. Der Spion der Ku­rie und Agent der In­qui­si­tion, der seine Briefe mit «Q» un­ter­zeich­net, der dem Kar­di­nal (und spä­te­rem Papst) Gi­an­pe­tro Ca­rafa nicht nur über die papst­feind­li­chen Ma­chen­schaf­ten be­rich­tet, son­dern auch ein­wirkt, viel­leicht so­gar an­we­send ist, viel­leicht so­gar alle Re­bel­lion ins Un­glück lenkt? Die­sem Phan­tom zu be­geg­nen, von An­ge­sicht zu An­ge­sicht, um die Op­fer zu rä­chen, wird zur fi­xen Idee des Auf­rüh­rers …

Krimi und High Noon am Ende des Mit­tel­al­ters!

Be­ar­bei­tet von Tho­mas Eber­mann und Bert­hold Brun­ner.
En­sem­ble: u.a. De­nis Mo­schito, Ruth Ma­rie Krö­ger, Mi­chael Kelle,Jörg Pohl

Das Werk des lin­ken Kol­lek­tivs Lu­ther Blis­sett, das sich heute Wu Ming nennt, war in Ita­lien «die li­te­ra­ri­sche Sen­sa­tion der Sai­son» (Süd­deut­sche Zei­tung). Es ver­mittle «eine Ah­nung vom epo­cha­len Drama je­ner Zeit» (FAZ). Das An­lie­gen der Au­to­ren ist, «eine Art von Ge­gen­ge­schichte zu er­zäh­len, eine sub­ver­sive Pra­xis des Ge­schich­ten­er­zäh­lens zu voll­zie­hen.» (Literaturkritik.de)

Der in acht­zehn Spra­chen über­setzte Ro­man ist von As­so­zia­tion A wie­der auf­ge­legt wor­den.

Ein Bei­trag der Rosa-Lu­xem­burg-Stif­tung zu 500 Jahre Re­for­ma­tion. Die Auf­füh­rung im Spar­ta­cus wird zu­sätz­lich un­ter­stützt vom AStA der Uni Pots­dam.

Ei­nen kur­zen Ein­blick und ei­nige Hin­ter­grund­in­fos zu dem Stück di­rekt durch Schau­spie­ler und Re­gis­seur be­kom­men Sie hier: https://youtu.be/VLHW9Idb8hI

Fo­tos der Auf­füh­rung die gerne be­nutzt wer­den dür­fen:
https://www.flickr.com/photos/rosalux/34849100712/in/album-72157681590596592

Ort: Spar­ta­cus Pots­dam / frei­Land Pots­dam / Friedrich-Engels-Straße 22,
14473 Pots­dam
Ter­min: 31.10.2017 || 19:30 Tü­ren / 20:30 Uhr Be­ginn
Ein­tritt: VVK 7,70 € (er­mä­ßigt) / 11,- € || Abend­kasse: 8,-€ (er­mä­ßigt) /
13,- €

VVK un­ter: https://www.tixforgigs.com/site/Pages/Shop/ShowEvent.aspx?ID=22243

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