Suche:
 
 
Kampagne Potsdam
 
Daten
Kampagne Potsdam
Lindenstr. 47
14467 Potsdam
potsdam@kampagne.de
www.kampagne-potsdam.de

Kampagne gegen Wehrpflicht Potsdam

Die Kampagne gegen Wehrpflicht, Zwangsdienste und Militär gibt es in Potsdam seit 1992.
Unser Ziel war es von Beginn an, eine Gegenöffentlichkeit zu Entwicklungen insbesondere in der Stadt Potsdam herzustellen und den öffentlichen Alleinvertretungsanspruch der Potsdamer Oberschicht in Frage zu stellen. Durch qualifizierte Gesetzesübertritte, spektakuläre Aktionen und eine Menge Humor ist uns dies in der Vergangenheit auch immer wieder gelungen. Aber natürlich gehören auch langweilige und kontinuierliche Büroarbeit dazu.

Die antimilitaristische Arbeit der Kampagne hat durchaus wahrnehmbare Erfolge aufzuweisen. So werden wir inzwischen schon mal gefragt, ob wir ein Militärorchester in Ruhe spielen lassen werden und wenn wir dies verneinen, wird es gar nicht erst eingeladen. Am 20.Juli verziehen sich die Militärs und Stadtpolitiker/innen zu ihren Kranzabwurfritualen in die durch Feldjäger vor Kritik gesicherten Kasernen. Selbst die Traditionsvereine beklagen schon, daß sie bei ihren Auftritten nirgends so verspottet werden, wie in ihrer Heimatstadt Potsdam.

Zur Zeit engagieren wir uns vor allem gegen den Wiederaufbau der Potsdamer Garnisonkirche, die seit ihrer Errichtung ein Symbol des preußischen Militärs war und spätestens t seit dem Tag von Potsdam am 21.03.1933 auch ein Symbol für Faschisten war und ist. Weitere Themenfelder sind die Volksinitiative zur Stärkung der Grund- und Bürgerrechte gegenüber der Polizei und der Widerstand gegen die Aufstellung eines vom Bund der Vertriebenen vorgeschlagenen Denkmals auf dem Potsdamer Bassinplatz.

Seit 1993 ist die Kampagne gegen Wehrpflicht mit einem Mandat in der Potsdamer Stadtverordnetenversammlung vertreten. Dies nutzen wir vor allem, um an wichtige Informationen zu gelangen, Akteneinsicht insbesondere in der Ausländerbehörde und dem Liegenschaftsamt zu nehmen und um Öffentlichkeitsarbeit zu leisten. Mehrfach konnten wir handfeste Erfolge für alternative Wohnprojekte (wie z.B. die Rückgabe des illegal geräumten Archivs) oder die Aussetzung von Abschiebungen erreichen. Dennoch überschätzen wir die Arbeit im Stadtparlament nicht und setzen auch weiterhin auf direkte und unkonventionelle Einmischung in laufende gesellschaftliche Prozesse.

Obwohl wir eine relativ kleine Gruppe sind, verfügen wir über ein recht großes Mobilisierungspotential, das wir auch in Zukunft nutzen wollen, um in Potsdam und anderswo noch manchen in die Suppe zu spucken.