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Bad Freienwalde Alternative

Entgegen Postkarten-formatiger Werbematerialien Bad Freienwalder Kleinstadtprominenzen muss zuallererst deutlich gesagt werden, daß sich Bad Freienwalde keineswegs von irgendeinem anderen ostdeutschen Kaff unterscheidet. Dem Image: ruhige, freundliche, mit Nach-Wende-Geldern schön rausgeputzte Brandenburger Kurstadt brauchen wir nur entgegenzusetzen, dass jugendliche Neonazi-Banden, Orte die nicht-rechte Jugendliche meiden sollten und ein belastetes Schweigen Stadtpolitischer Ordnungshüter auch hier, wie überall, zur gefährlichen Normalität gehören - und das seit Jahren. So ließ sich nach einer langen Reihe von Übergriffen ab dem Sommer 2001 im ehemaligen Jugendclub "OFFI" kein Linker mehr blicken. Sog. "toleranzfördernde Projekte" wurden zwar ab und zu durchgeführt, jedoch war klar, daß das "OFFI" vielleicht keine National Befreite Zone war, jedoch eindeutig von Neonazis und ihrem kulturellen Anhang kontrolliert wurde.
 
Das "Asyl", getragen von der Bad Freienwalder Alternative ist ein Versuch dieser, konstant Widerlichkeiten produzierenden, Situation deutlich entgegenzutreten. Es wurden Räume geschaffen für alle, die ein Problem haben mit den Abscheulichkeiten normaler Proll-Jugendlicher: rassistische Äußerungen, sexistische Übergriffe, militärische Kulte oder nationalistische Lobesgesänge. Natürlich sind die Begriffe frei austauschbar und die Liste um einiges länger. Kulturelle Events finden ebenso Platz wie politische Veranstaltungen. So gibt es z.B. fast jeden Monat eine Indie-Party.
 
...und Linke wollen eh nicht an der Tankstelle rumhängen.