Daten
[A.G.O.]
c/o Schwarze Risse
Kastanienallee 85
10435 Berlin
ago@inforiot.de
Internetseite
AGO-Materialien
Wieder Neonazis bei Montagsdemo (September 04)
Nationalistische Untertöne: Montagsdemo in Oranienburg (August 04)
"Märkischer Heimatschutz" in Oranienburg (August 04)
Rede zur Nationalismuskritik auf der Antirademo (April 04)
Gleiche Würde, gleiches Recht (April 04)
Beiträge der AGO zu den den Erich-Mühsam-Aktionen 2004:
Homepage (Juli 04)
|
Antifaschistische Gruppe Oranienburg
Oranienburg..Kennt man das?
Oranienburg - das ist die Havelstadt mit weißem Barockschloss und grünen Parkanlagen. Oranienburg ist aber auch gleichzeitig der Ort, an dem 1933 das erste deutsche Konzentrationslager und 1936 das KZ Sachsenhausen errichtet wurde. Der Ort, der schon vor 1933 als Wählerhochburg der NSDAP bekannt war. Der Ort, der im Jargon der Nationalsozialisten “SS-Stadt” genannt wurde.
Über 60 Jahre nach dem Ende des nationalsozialistischen Deutschlands und des Massenmords an über sechs Millionen Jüdinnen und Juden ist es jedoch eine gefährliche Fehleinschätzung, anzunehmen, dass faschistisches Denken und Handeln lediglich eine gesellschaftliche Randerscheinung wäre.
Und heute?
2004 suchte sich die rechtsextreme NPD Oranienburg als Austragungsort für den Landesparteitag aus und bis 2005 traf sich hier die Brandenburg-weit agierende Kameradschaft „märkischer Heimatschutz“.
Erst Anfang letzten Jahres (2007) konnte der sogenannte „Sturm Oranienburg“ gezwungen werden, sich aufzulösen. Dieser hätte am liebsten die hiesigen „Russen“ in die Luft gesprengt, wie in ihrem Internet-Forum zu lesen war.
Auf dem ehemaligen Gebiet des Konzentrationslagers an der Berliner Straße steht heute ein Lidl-Supermarkt und mitten in der Stadt wohnt unbehelligt der Kreisvorsitzende der NPD, Detlef Appel.
Die NPD und die dazugehörige Jugendorganisation JN („Junge Nationaldemokraten“) zeigen heute nicht nur mit wahren Fluten von Stickern Präsenz. So erlaubten sich am 8.Mai 2008 Neonazis den Spaß, Puppen zu verunstalten und mit Zetteln zu versehen, auf denen beispielsweise „Über mich fielen 5 russische Soldaten her – 8.5.1945“ stand. Diese Puppen verteilten sie dann mit begleitenden geschichts-revisionistischen Flugblättern an öffentlichen Plätzen Oranienburgs.
Hier in Oranienburg treffen sich auch heute noch Nazis, um gemeinsam zu Aufmärschen in Berlin, Halbe oder Frankfurt/Oder zu fahren, meist aber nur, um sich im „Mittendrin“ oder „Lehnitzstübchen“ zu betrinken. Stadtfeste entwickeln sich regelmäßig zu No-Go-Areas für Menschen, die nicht in das rechtsextreme Weltbild passen.
Ist das noch zu retten?
Und ob! Mitte Mai haber wir, die Antifa Gruppe Oranienburg, uns neu gegründet.
Wir sind eine Gruppe von Jugendlichen, die rassistischen Denkweisen, auch aus der Mitte der Gesellschaft, entschieden entgegen tritt.
Unser Ziel ist es, die Bevölkerung darüber aufzuklären, was hinter den Forderungen von NPD, JN und Kameradschaften wirklich steckt. Mit Demonstrationen, Info-Veranstaltungen und anderen Aktionen wollen wir Aufmerksamkeit erregen und verhindern, dass Ausgrenzung, Sexismus und Nationalismus in Oranienburg verharmlost und still toleriert werden. Wir riskieren die Chance auf eine friedliche Zukunft, wenn die Öffentlichkeit Platz für solche Hetze bietet und Aktionen wie diese einfach hingenommen, vielleicht sogar akzeptiert werden.
Wir wollen vor allem antifaschistische Akzente entgegensetzen, die Erinnerung an die nationalsozialistische Vergangenheit Oranienburgs wach halten, uns aktuellen neo-nazistischen Umtrieben energisch widersetzen und zu guter letzt eine progressive und alternative Jugendkultur in Oranienburg etablieren.
Nehmt die Präsenz menschenfeindlicher Denkweisen in Oranienburg nicht einfach hin!
Keine Toleranz für Nazis!
|
|