Inforiot

Alternative News & Termine für Brandenburg

Po­li­zei kon­fis­zierte Ge­denk­kranz

Quelle: LR

Don­ners­tag 11 Uhr. Ein Gruppe Ju­gend­li­cher be­wegt sich mit ei­nem Kranz zur
«Ge­denk­stätte für die Op­fer von Dik­ta­tur und Ge­walt­herr­schaft und dem
Mahn­mal für Frei­heit, De­mo­kra­tie und Ge­recht­keit» wie das eins­tige
VVN-Eh­ren­mal am Spring­brun­nen in Fins­ter­walde of­fi­zi­ell heißt. Auf wei­ßer
Schleife steht in gol­de­nen Buch­sta­ben: «Zum Ge­den­ken den Op­fern von
Fa­schi­mus und staat­li­chem Ter­ror.» Der 60. Jah­res­tag der Be­frei­ung des
Kon­zen­tra­ti­ons­la­gers Ausch-witz ist, so sa­gen die acht jun­gen Leute, die
sich «Au­to­nome An­tifa Fins­ter­walde» nen­nen, auf RUND­SCHAU-Nach­frage, ih­nen
An­lass, der Op­fer zu ge­den­ken, aber auch dar­auf auf­merk­sam zu ma­chen, dass
die Ge­fahr be­stehe, dass «all die Ge­scheh­nisse im Zu­sam­men­hang mit dem
Na­tio­nal­so­zia­lis­mus in Ver­ges­sen­heit ge­ra­ten.» Sie ver­wei­sen auf die
NPD-Auf­tritte im säch­si­schen Land­tag und for­dern mehr Auf­klä­rung und
staat­li­che Re­strik­tio­nen ge­gen rechte Pro­pa­ganda. Al­ler­dings: Die acht
jun­gen Leute sind «aus Selbst­schutz» , wie sie sa­gen, ver­mummt und er­we­cken
so öffent­li­che Auf­merk­sam­keit. «Ein Bür­ger hat uns in­for­miert» , sagt spä­ter
Po­li­zei­spre­che­rin Ines Fi­lohn und er­klärt da­mit, dass am Ende der
Kranz­nie­der­le­gung die Po­li­zei ein­schrei­tet. Den jun­gen Leu­ten wird ein
Ver­stoß ge­gen das De­mons­tra­ti­ons- und Ver­samm­lungs­recht und ge­gen das
Ver­mum­mungs­ver­bot vor­ge­wor­fen. Alain Mundt, Ber­li­ner Rechts­an­walt ei­nes der
jun­gen Män­ner, sieht das an­ders. «Das war gar keine Ver­samm­lung» , und da­mit
könne auch kein Ver­stoß ge­gen das Ver­samm­lungs­recht vor­lie­gen. Auch ein
Ver­mum­mungs­ver­bot gelte nur für Ver­samm­lun­gen. Für be­son­ders sku­rill und
«völ­lig über­zo­gen» hält Mundt, dass die Be­am­ten den Ge­denk­kranz kon­fis­ziert
ha­ben. Ein von der Pol­zei be­grün­de­ter «An­fangs­ver­dacht we­gen Ver­un­glimp­fung
des Staa­tes» , wie Po­li­zei­spre­che­rin Ines Fi­lohn das be­grün­dete, sei nicht
nach­voll­zieh­bar. Mundt will bei Ge­richt ge­gen das von der Po­li­zei
an­ge­kün­digte Straf­ver­fah­ren vor­ge­hen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Inforiot