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Rechts­ex­trem mo­ti­vierte An­griffe auf den KLAB

Quelle: Falken Brandenburg

Am Mor­gen vom Diens­tag, den 5. De­zem­ber 2017, mach­ten die So­zi­al­ar­bei­te­rin­nen des Kin­der- und Ju­gend­zen­trums KLAB in Lu­cken­walde eine er­schre­ckende Ent­de­ckung. Auf eine Ja­lou­sie im Erd­ge­schoss der Ein­rich­tung wurde Hun­de­kot breit ver­teilt und am Ein­gangs­por­tal ein Pos­ter mit dem Mo­tiv „Re­fu­gees Wel­come“ (Ge­flüch­tete will­kom­men) ab­ge­ris­sen. Das Pos­ter hatte ein bei ei­nem frü­he­ren An­griff an die Wand ge­schmier­tes Ha­ken­kreuz ver­deckt.

Der Vor­fall reiht sich in eine seit län­ge­rem an­dau­ern­den Se­rie von An­grif­fen auf die Ein­rich­tung ein, wie Jane Ba­neth, Ge­schäfts­füh­re­rin des Trä­gers So­zia­lis­ti­sche Ju­gend – Die Fal­ken Bran­den­burg, er­läu­tert: „In die­sem Jahr ha­ben wir eine Häu­fung von of­fen­sicht­lich po­li­tisch mo­ti­vier­ten Sach­be­schä­di­gun­gen ge­gen das Haus fest­stel­len müs­sen. Am 17. Au­gust wurde ein Ru­dolf-Hess-Pla­kat der Ju­gend­or­ga­ni­sa­tion der NPD, so­wie am 28. Sep­tem­ber ein Pla­kat der Iden­ti­tä­ren Be­we­gung ge­fun­den. Am 4. No­vem­ber fan­den wir ein an das Ein­gangs­por­tal ge­spray­tes Ha­ken­kreuz vor. In al­len Fäl­len ge­hen wir von ge­ziel­ten, rechts­ex­trem mo­ti­vier­ten An­grif­fen auf den KLAB aus. Aber be­reits da­vor ha­ben wir durch Nutzer*innen von ras­sis­tisch mo­ti­vier­ten Überg­rif­fen und Be­lei­di­gun­gen im All­tag er­fah­ren. Es han­delt sich also kei­nes­falls um ein­zelne Vor­komm­nisse, son­dern um ein grund­sätz­li­ches, ge­sell­schaft­li­ches Pro­blem.“

Flo­rian Schwabe, Lan­des­vor­sit­zen­der der Bran­den­bur­ger Fal­ken, kom­men­tiert die Ent­wick­lung wie folgt: „Wir müs­sen schon seit län­ge­rem fest­stel­len, dass un­sere Ar­beit für Ge­flüch­tete, un­ser En­ga­ge­ment für De­mo­kra­tie und ge­gen Ras­sis­mus nicht in al­len Tei­len der Ge­sell­schaft gern ge­se­hen ist. Doch wir sind nicht die ein­zi­gen. Es ist noch nicht allzu lange her, dass in Jü­ter­bog die Tee­stube der evan­ge­li­schen Ge­meinde Op­fer ei­nes Bom­ben­an­schlags wurde. Der Pro­zess we­gen des Brand­an­schlags auf eine Un­ter­kunft für un­be­glei­tete min­der­jäh­rige Ge­flüch­tete in Jü­ter­bog ist ge­rade erst zu Ende ge­gan­gen. Aber die Überg­riffe be­schrän­ken sich nicht nur auf die­sen Land­kreis: Brand­an­schläge in Berlin-Neukölln, „Ar­beit macht frei“ als Fuß­ball­fan­g­e­sang von Cott­bus­ser Fans in Pots­dam-Ba­bels­berg, ein­ge­schla­gene Fens­ter­schei­ben an Par­tei­bü­ros und Ju­gend­klubs in Bad Bel­zig und Nauen. Der ge­sell­schaft­li­che Rechts­ruck macht Men­schen­feind­lich­keit im­mer mehr zum Nor­mal­zu­stand und ver­schiebt die mo­ra­li­schen Maß­stäbe. Wir hal­ten da­ge­gen und las­sen uns nicht un­ter­krie­gen! Ras­sis­mus ist keine Klei­nig­keit, Fa­schis­mus keine Mei­nung!
Wir ste­hen wei­ter ein für De­mo­kra­tie, Men­schen­rechte und ein wür­di­ges Le­ben für alle.“

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