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PKK be­en­det V-Mann-Affäre

Quelle: Diverse

(MAZ, 20.08.03) POTSDAM – Die Par­la­men­ta­ri­sche Kon­troll­kom­mis­sion (PKK) des Pots­da­mer
Land­tags hat die jüngste Af­färe um ei­nen V-Mann aus der Neo­nazi-Szene für
vor­läu­fig be­en­det er­klärt. Der Top-Neo­nazi Sven S. aus Bork­walde
(Pots­dam-Mit­tel­mark) “war kein V-Mann und auch keine an­ders ge­ar­tete
Ver­trau­ens­per­son von Si­cher­heits­be­hör­den des Lan­des Bran­den­burg”, hieß es
ges­tern in ei­ner Mit­tei­lung. Es habe au­ßer­dem keine Straf­ver­ei­te­lung im Amt
ge­ge­ben und auch keine Ma­ni­pu­la­tion von Ak­ten, be­fand die PKK nach ei­ner
Son­der­sit­zung ges­tern in Pots­dam.

Kon­troll­gre­mium wi­der­spricht Be­rich­ten

Da­mit wi­der­sprach das ge­heim ta­gende Gre­mium un­ter an­de­rem Be­rich­ten die­ser
Zei­tung. Un­ter Be­ru­fung auf Si­cher­heits­ex­per­ten hatte die MAZ er­klärt,
Bran­den­burgs größ­ter Händ­ler von Nazi-Mu­sik habe als V-Mann für das
Lan­des­kri­mi­nal­amt (LKA) ge­ar­bei­tet, ob­wohl die Staats­an­walt­schaft Pots­dam
we­gen Volks­ver­het­zung ge­gen ihn er­mit­telte. Der ehe­ma­lige Bran­den­burg-Chef
der im Sep­tem­ber 2000 von Bun­des­in­nen­mi­nis­ter Otto Schily (SPD) ver­bo­te­nen
mi­li­tan­ten Skin­head-Grup­pie­rung Blood & Ho­nour soll nach die­sen
In­for­ma­tio­nen Ende 2000 als V-Mann an­ge­wor­ben wor­den sein. Das Pots­da­mer
In­nemi­nis­te­rium wies den Ver­dacht schon da­mals zu­rück.

Auch wurde die Be­haup­tung zu­rück­ge­wie­sen, in der V-Mann-Affäre seien
Ab­hör­pro­to­kolle über eine im Fe­bruar 2001 ver­ra­tene Po­li­zei-Raz­zia ge­gen die
Neo­nazi-Szene im LKA ma­ni­pu­liert wor­den. Das Fa­zit ei­ner in­halt­li­chen
Zu­sam­men­fas­sung mit­ge­schnit­te­ner Te­le­fo­nate stehe im Wi­der­spruch zu de­ren
tat­säch­li­chem In­halt, lau­tete der Vor­wurf. Nach Ein­schät­zung der PKK sind
je­doch keine der­ar­ti­gen Rechts­ver­let­zun­gen er­kenn­bar.

Als un­pro­ble­ma­tisch be­wer­tete die PKK fer­ner den Um­stand, dass Sven S. seine
Nazi-Mu­sik vor dem Ver­kauf dem LKA Bran­den­burg vor­legte. Die Be­hör­den, so
die PKK, hät­ten Sven S. im Hin­blick auf die so ge­nannte Li­zen­sie­rung
le­dig­lich auf den Bun­des­in­dex hin­ge­wie­sen. “Es han­delt sich nicht um eine
kri­tik­wür­dige Be­ra­tung oder Be­hand­lung ei­nes Neo­na­zis”, sagte PKK-Chef
Chris­toph Schulze (SPD). Au­ßer­dem, so die PKK, gebe es keine Hin­weise für
die Be­haup­tung, Sven S. habe ein Ver­sand-Im­pe­rium für Neo­nazi-Mu­sik
auf­ge­baut. Viel­mehr habe das Amts­ge­richt Brandenburg/Havel in sei­nem Ur­teil
ge­gen Sven S. vom De­zem­ber 2002 die “Ver­mö­gens­lo­sig­keit” des Neo­na­zis
fest­ge­stellt.

Dem Ver­neh­men nach­konnte je­doch da­bei ein ho­her Geld­be­trag nicht
be­rück­sich­tigt wer­den, weil die­ser auf ei­nem Konto der Mut­ter von Sven S.
re­gis­triert war. Die Si­cher­heits­be­hör­den in Bran­den­burg sind über­zeugt, dass
die­ses Geld aus dem Mu­sik-Han­del des jun­gen Neo­na­zis stammte.

PDS for­dert Ak­ten­ein­sicht

Sämt­li­che Zwei­fel an ei­ner Zu­sam­men­ar­beit des Neo­na­zis Sven S. mit Be­hör­den
konn­ten of­fen­bar den­noch nicht aus­ge­räumt wer­den. PKK-Mit­glied Kers­tin
Kai­ser-Nicht (PDS) kün­digte nach der Son­der­sit­zung an, um­ge­hend
Ak­ten­ein­sicht beim LKA zu be­an­tra­gen. Un­ge­ach­tet des­sen könne die PKK die
Be­hand­lung des Fal­les vor­läu­fig ab­schlie­ßen.

Si­cher­heits­be­hörde ent­las­tet: Neo­nazi war kein V-Mann

(BM, 20.8.) Pots­dam – In der so ge­nann­ten V-Mann-Affäre hat ges­tern die Par­la­men­ta­ri­sche
Kon­troll­kom­mis­sion (PKK) des Land­ta­ges die Si­cher­heits­be­hör­den des Lan­des
ent­las­tet. Nach ih­rer Fest­stel­lung ist Sven S., ei­ner der be­kann­tes­ten
mi­li­tan­ten Neo­na­zis Bran­den­burgs, nicht vom Lan­des­kri­mi­nal­amt als ei­ge­ner
V-Mann ge­führt wor­den. Er sei auch keine “an­ders ge­ar­tete Ver­trau­ens­per­son
von Si­cher­heits­be­hör­den des Lan­des Bran­den­burg” ge­we­sen, sagte
PKK-Vor­sit­zen­der Chris­toph Schulze (SPD). Er er­klärte, in die­sem
Zu­sam­men­hang habe es keine Straf­ver­ei­te­lung im Amt ge­ge­ben. Zu­dem seien
keine Ak­ten ma­ni­pu­liert wor­den und keine Rechts­ver­let­zun­gen durch Be­amte
er­kenn­bar. Sven S. sei viel­mehr “Ziel­per­son der Si­cher­heits­be­hör­den”
ge­we­sen. Schulze räumte al­ler­dings ein, dass die Zu­sam­men­ar­beit von Po­li­zei
und Jus­tiz “punk­tu­ell hätte bes­ser sein kön­nen”.

Kon­troll­kom­mis­sion ent­las­tet Schön­bohm

(Ber­li­ner Zei­tung, 20.8.) POTSDAM. Die Par­la­men­ta­ri­sche Kon­troll­kom­mis­sion (PKK) hat In­nen­mi­nis­ter
Jörg Schön­bohm (CDU) in der jüngs­ten V-Mann-Affäre ent­las­tet. Ent­ge­gen
an­ders lau­ten­den Me­di­en­be­rich­ten sei der Top-Neo­nazi Sven Schnei­der “kein
V-Mann und auch keine an­ders ge­ar­tete Ver­trau­ens­per­son von
Si­cher­heits­be­hör­den des Lan­des Bran­den­burg” ge­we­sen, hieß es nach der
PKK-Sit­zung am Diens­tag. Diese Schluss­fol­ge­rung habe das vier­köp­fige
Gre­mium, das den Ver­fas­sungs­schutz kon­trol­lie­ren soll, “ein­ver­nehm­lich und
ein­stim­mig” ge­trof­fen. PKK-Mit­glied Kers­tin Kai­ser-Nicht (PDS) will aber
Ak­ten­ein­sicht be­an­tra­gen.

Land­tag schließt Un­ter­su­chung zu V-Mann-Affäre ab

Keine Kon­takte von Sven S. zu Ver­fas­sungs­schutz

(LR, 20.8.) Die Par­la­men­ta­ri­sche Kon­troll­kom­mis­sion (PKK) des Land­ta­ges, die den
Ver­fas­sungs­schutz über­wacht, sieht keine neue V-Mann-Affäre in Bran­den­burg.
Wie die RUNDSCHAU be­rich­tet, war kürz­lich der Vor­wurf laut ge­wor­den, dass
das Lan­des­kri­mi­nal­amt (LKA) den Neo­nazi Sven S. als V-Mann ge­führt habe,
ob­wohl ge­gen ihn er­mit­telt wurde. Nach den Be­rich­ten soll das LKA ihm so­gar
Tipps für den Auf­bau des größ­ten Ver­triebs für rechts­ex­tre­mis­ti­sche Mu­sik in
Bran­den­burg ge­ge­ben ha­ben.

In­nen­mi­nis­ter Jörg Schön-bohm (CDU) hatte dar­auf­hin eine Un­ter­su­chung
an­ge­ord­net und der PKK letzte Wo­che zwei ver­trau­li­che Be­richte zu­ge­lei­tet,
die das LKA voll­stän­dig von den Vor­wür­fen ent­las­tet.

Auf ei­ner Son­der­sit­zung stan­den ges­tern Schön­bohm und Ver­fas­sungs­schutz-Chef
Hei­ner We­ge­sin der PKK Rede und Ant­wort. “Al­les heiße Luft”, sagte hin­ter­her
PKK-Chef Chris­toph Schulze (SPD). In ei­ner ein­stim­mig an­ge­nom­me­nen
Stel­lung­nahme kommt die PKK zu dem Schluss, dass Sven S. kein V-Mann und
keine sons­tige Ver­trau­ens­per­son von Si­cher­heits­be­hör­den sei. Es seien auch
keine Rechts­ver­let­zun­gen durch Be­amte er­kenn­bar ge­wor­den.

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