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· Flüchtlingsräte plädieren für umfassenden Schutz statt Abschiebungspolitik

Kein Wahl­kampf auf Kos­ten der Flücht­linge

Quelle: Flüchtlingsrat Brandenburg

Die Flücht­lings­räte der Bun­des­län­der wen­den sich als
In­ter­es­sen­ver­tre­tun­gen von Ge­flüch­te­ten und Un­ter­stüt­zungs­in­itia­ti­ven an­läss­lich ih­rer der­zeit in Ber­lin statt­fin­den­den Herbst­ta­gung ent­schie­den ge­gen die In­stru­men­ta­li­sie­rung der Flücht­lings­po­li­tik zu Wahl­kampf­zwe­cken und die wie­der­holt vor­ge­tra­ge­nen Rufe nach wei­te­ren Ver­schär­fun­gen im Asyl- und Auf­ent­halts­recht.

„Ins­be­son­dere die in den letz­ten Ta­gen auf­ge­kom­mene For­de­rung nach ei­ner wei­te­ren Aus­set­zung des Fa­mi­li­en­nach­zugs durch Spit­zen­po­li­ti­ker der Uni­ons­par­teien sind un­er­träg­lich“ er­klärt Ka­tha­rina Mül­ler vom Flücht­lings­rat Ber­lin. „Der Schutz von Fa­mi­lie und Ehe ist eins der höchs­ten Rechts­gü­ter un­se­rer Ver­fas­sung und wird bei an­de­ren An­läs­sen
von den Par­teien mit dem gro­ßen C im Na­men gerne be­schwo­ren – an­schei­nend soll dies aber nicht für die­je­ni­gen gel­ten, die um ihre An­ge­hö­ri­gen in Kriegs­ge­bie­ten ban­gen.“ Aus die­sem Grund un­ter­stüt­zen
die Lan­des­flücht­lings­räte die Kund­ge­bung am heu­ti­gen Frei­tag, den 08.09. vor der Par­tei­zen­trale der CDU
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Der Aus­schluss des Fa­mi­li­en­nach­zugs führt auch jetzt schon dazu, dass im­mer mehr Fa­mi­li­en­an­ge­hö­rige die ge­fähr­li­che Über­fahrt über das Mit­tel­meer ver­su­chen müs­sen, da sie keine le­ga­len Wege zur Ein­reise ha­ben – viele von ih­nen kom­men bei dem Ver­such, zu ih­ren An­ge­hö­ri­gen zu ge­lan­gen, ums Le­ben.

Des Wei­te­ren ver­ur­tei­len die Flücht­lings­räte die für den kom­men­den Diens­tag ge­plante Wie­der­auf­nahme der Sam­mel­ab­schie­bun­gen nach Af­gha­nis­tan aufs Schärfste. „Die deut­sche Bot­schaft in Ka­bul ist zwar seit dem An­schlag vom 31. Mai au­ßer­stande, Fa­mi­li­en­nach­züge zu
be­ar­bei­ten, sieht sich aber of­fen­bar in der Lage, Ab­schie­bun­gen zu ver­wal­ten“, sagt Ge­org Clas­sen von Flücht­lings­rat Ber­lin und fügt hinzu: „Der neue La­ge­be­richt des Aus­wär­ti­gen Am­tes lie­fert keine Ar­gu­mente für die These, dass Ab­schie­bun­gen nach Af­gha­nis­tan ver­tret­bar seien. Be­richte hu­ma­ni­tä­rer Or­ga­ni­sa­tio­nen und wei­te­rer Expert*innen ma­chen sehr deut­lich, dass die Lage im gan­zen Land wei­ter­hin ex­trem
ge­fähr­lich ist.“

An­ge­sichts der ver­schärf­ten Stim­mungs­ma­che ist es wich­tig, deut­lich wahr­nehm­bar Wi­der­spruch zu ar­ti­ku­lie­ren. Um ge­nau dies eine Wo­che vor der Bun­des­tags­wahl zu tun, ru­fen die Flücht­lings­räte ge­mein­sam mit vie­len an­de­ren Or­ga­ni­sa­tio­nen auf zu ei­ner bun­des­wei­ten Pa­rade für Flücht­lings­rechte und Blei­be­recht am Sams­tag, den 16.09. in Ber­lin un­ter
dem Motto Wel­come United.

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