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Kein gu­ter Tag für den Dis­kri­mi­nie­rungs­schutz in Bran­den­burg

Quelle: Opferperspektive e.V.

Mit gro­ßer Ent­täu­schung nimmt die An­ti­dis­kri­mi­nie­rungs­be­ra­tung des Ver­eins Op­fer­per­spek­tive zur Kennt­nis, dass die SPD-Frak­tion des Lan­des­ta­ges sich ge­gen die Ein­füh­rung ei­nes Lan­des­an­ti­dis­kri­mi­nie­rungs­ge­set­zes für Bran­den­burg stellt. „Da­mit ver­gibt die SPD die große Chance, wirk­same Rechts­grund­la­gen für den
Dis­kri­mi­nie­rungs­schutz im Be­reich der öffent­li­chen Ver­wal­tung zu schaf­fen. Die hier be­stehende Schutz­lü­cke, die nur auf Lan­des­ebene ge­schlos­sen wer­den kann, wird fort­be­stehen. Das Land stiehlt sich aus der Ver­ant­wor­tung, weil es sich wei­gert, Re­ge­lun­gen zum Dis­kri­mi­nie­rungs­schutz ein­zu­füh­ren, die für Pri­vat­per­so­nen auf der
Grund­lage des AGG seit über 10 Jah­ren ver­bind­lich sind.“, so Cris­tina Mar­tín von der ADB.

Der An­ti­dis­kri­mi­nie­rungs­be­ra­tung be­geg­nen in der Pra­xis im­mer wie­der Fälle, bei de­nen Be­trof­fene von Dis­kri­mi­nie­rungs­er­fah­run­gen bei öffent­li­chen Stel­len, z.B. bei So­zi­al­äm­tern oder in Schu­len be­rich­ten. Zwar sind diese Stel­len auf­grund des All­ge­mei­nen Gleich­be­hand­lungs­grund­sat­zes zu dis­kri­mi­nie­rungs­freien Hand­lun­gen
ver­pflich­tet, je­doch lässt sich diese Ver­pflich­tung in der Pra­xis weit­aus schwie­ri­ger durch­set­zen, als ge­gen­über Pri­vat­per­so­nen oder Un­ter­neh­men.

Durch die Ab­leh­nung ei­nes LADG wird es nun auch keine Ver­pflich­tung zu so­ge­nann­ten po­si­ti­ven Maß­nah­men ge­ben, mit de­nen Di­ver­si­tät und Chan­cen­gleich­heit auf struk­tu­rel­ler Ebene ge­för­dert wer­den. Im Hin­blick auf die 2013 in die Lan­des­ver­fas­sung ein­ge­führte An­ti­ras­sis­mus­klau­sel ist auch dies eine Ent­täu­schung. Vor die­sem Hin­ter­grund wei­ter­hin von Will­kom­mens­kul­tur spre­chen zu wol­len, zeigt in­wie­fern die Bran­den­bur­ger SPD-Frak­tion die Le­bens­rea­li­tät von Bürger*innen, die von ras­sis­ti­scher Dis­kri­mi­nie­rung be­trof­fen sind, ver­kennt. Denn in­sti­tu­tio­nelle Dis­kri­mi­nie­rung ist das größte Hin­der­nis zur Ver­wirk­li­chung ei­ner sol­chen Will­kom­mens­kul­tur. Ab heute darf dank die­ser Ent­schei­dung der SPD-Frak­tion des Lan­des­ta­ges nur von ei­ner im We­sent­li­chen ab­ge­schwäch­ten Will­kom­mens­kul­tur die Rede sein.

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