Riesa - Die NPD verbucht als Neuzugang einen früheren "geschäftsführenden Außenminister", wie durch ein Interview im Parteiblatt Deutsche Stimme bekannt gegeben wurde. Das neue Parteimitglied Kersten Radzimanowski war Staatssekretär der letzten DDR-Regierung und hatte laut damaligen Medienberichten "enge Kontakte zur Stasi und zum KGB".
In der September-Ausgabe der Deutschen Stimme wird Radzimanowski als "langjähriges CDU-Mitglied und Außenminister der letzten DDR-Regierung" vorgestellt, der im Interview "mit der Kohl- und Merkel-Partei" abrechne. In Wahrheit sei der Eintritt der ehemaligen DDR beziehungsweise der neuen Bundesländer in die Bundesrepublik Deutschland "keine Vereinigung gleichberechtigter Länder" gewesen, sondern ein "Anschluß der DDR an die BRD". Westliche Arroganz sieht Radzimanowski unter anderem darin, dass er selbst als Teilnehmer einer Tagung keine Beachtung fand: "Für Helmut Kohl war ich Luft".
Radzimanowski kam nicht aus Oppositions-Kreisen zur CDU, sondern war schon in der DDR Funktionär der Ost-CDU gewesen, wo er als Leiter der internationalen Abteilung tätig gewesen war. Unter anderem hatte der Mann aus Eggersdorf bei Strausberg (Landkreis Märkisch-Oderland, Brandenburg) an der deutschen Ausgabe eines Buches über den kubanischen "Maximo Lider" Fidel Castro mit dem Titel "Nachtgespräche mit Fidel" mitgewirkt, über das es seinerzeit hieß, es hebe "die weitreichende Bedeutung der von Fidel Castro so nachdrücklich geforderten 'strategischen Allianz' von Marxisten und Christen" hervor. Dementsprechend galt Radzimanowski in der Wendezeit als "Blockflöte".
In der Wende-Zeit wurde Radzimanowski schnell vom Abteilungsleiter im DDR-Außenministerium zum Staatssekretär und damit zum Stellvertreter des amtierenden Ministers Lothar de Maizière gemacht. Später konnte er in der Nachwendezeit zunächst Parteikarrierere in der "vereinigten" CDU machen und wurde Landesgeschäftsführer in Brandenburg. Doch diese Position musste er bald aufgeben, offiziell wegen "Inkompetenz", doch "in Wahrheit aber war ihm seine Blockflöten-Vergangenheit als stasinaher Funktionär der Ost-Berliner CDU-Zentrale zum Verhängnis geworden", wie damals der Spiegel schrieb. Dem "Funktionär aus der alten CDU-Zentrale" wurden laut dem Magazin "enge Kontakte zur Stasi und zum KGB nachgesagt".
Seit einiger Zeit befasst sich Radzimanowski, unter anderem als Autor in der neurechten Jungen Freiheit, mit eher heimatnahen Themen wie etwa "Küstriner Impressionen". Darin schilderte er "die Konsumtempel und Lustgärten" und die "prosperierende Landwirtschaft" auf der polnischen Seite der Oder, während der Ex-DDR-Staatssekretär "auf der westlichen Seite eine absterbende Region" bewohnen muss. In seinem eigenem Internetportal betreibt Radzimanowski "Ahnenforschung" in Ostpreußen.
Nun prangert er für die NPD den "Verrat am christlichen Glauben der CDU" an und erklärt sich bereit, sich bei der rechtsextremen Partei "in verantwortungsvoller Position in die nationale Interessensvertretung einzubringen".



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