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Auf­ruf der Uhlandstraße-24 zur Recht auf Blei­ben-Demo

Quelle: U-24

Pots­dam, Stadt der To­le­ranz, der Mil­lio­näre und Mä­zene, wo je­der nach sei­ner Fa­çon se­lig wer­den solle – das ist das Bild, das Po­li­tik und Me­dien gerne von die­ser Stadt zeich­nen. Die Gren­zen die­ses idyl­li­schen Bil­des wer­den bei Be­darf aber schnell mal klar­ge­macht. Und nun ist es mal wie­der so­weit. Ja, wir ha­ben Flücht­linge auf­ge­nom­men; ja, wir ha­ben ih­nen un­sere al­ten Kla­mot­ten ge­schenkt und ja, wir ha­ben uns gut ge­fühlt – nun aber reicht es. Weg sol­len sie, die Men­schen aus den „si­che­ren Dritt­staa­ten“, die „Wirt­schafts­flücht­linge“, die „Dub­lin­fälle“. Und das mög­lichst schnell. Ge­rade wird auch in Pots­dam die In­fra­struk­tur ge­schaf­fen, um die an­ste­hen­den
Mas­sen­ab­schie­bun­gen zu or­ga­ni­sie­ren und die Ab­schot­tung der Fes­tung Eu­ropa noch ein we­nig ef­fi­zi­en­ter zu ma­chen.

Le­gi­ti­miert wird das von to­le­ran­ten und fried­li­chen Demokrat*innen, die auch ge­gen NPD und AfD sind – gerne mit der Be­grün­dung, dass man Platz schaf­fen müsse, für jene, die wirk­lich ver­folgt wer­den. Und es wird ge­glaubt, dass man mit Aus­rei­se­prä­mien und Ab­schie­bun­gen, hö­he­ren Zäu­nen, Flücht­lings­ab­kom­men und ein biss­chen Ent­wick­lungs­hilfe die Lage wie­der be­ru­hi­gen könne, ohne sich die Hände allzu schmut­zig zu ma­chen.

Doch dem ist nicht so. Das Wü­ten der ka­pi­ta­lis­ti­schen Öko­no­mie hat uns ei­nen gründ­lich ver­wüs­te­ten Pla­ne­ten hin­ter­las­sen, das Glücks­ver­spre­chen der bür­ger­li­chen Ge­sell­schaft ist spä­tes­tens seit 1990 kas­siert. Die von den ka­pi­ta­lis­ti­schen Groß­mäch­ten – Deutsch­land seit knapp drei Jahr­zehn­ten ganz vorn mit da­bei – nie­der­kon­kur­rier­ten Na­tio­nal­öko­no­mien bre­chen zu­sam­men und mit ih­nen ihre staat­li­chen Hül­len. Die Zu­kunfts­aus­sich­ten für im­mer grö­ßere Teile der Welt­be­völ­ke­rung sind ir­gendwo zwi­schen Sub­sis­tenz­land­wirt­schaft und Bür­ger­krieg an­ge­sie­delt. Die Flucht da­vor kann nur ein Ziel ken­nen: in die Zen­tren der ka­pi­ta­lis­ti­schen Wirt­schaft; da­hin, wo man hof­fen kann, noch et­was mehr als das nackte Über­le­ben zu fin­den.

Un­ter die­sen Be­din­gun­gen heißt Ab­schie­bung und Ab­schot­tung Mas­sen­mord, ob auf dem Mit­tel­meer, der Ägäis oder in den La­gern Grie­chen­lands und in der li­by­schen Wüste, ob vor Zäu­nen und Mau­ern oder auf den ver­schnei­ten Stra­ßen des Bal­kans, ob auf ei­ner Müll­kippe im Ko­sovo oder in den Slums von La­gos.

Wir ste­hen – wie an­dere Grup­pen und Pro­jekte in die­ser Stadt – in der Tra­di­tion ei­ner Be­we­gung, die Frei­heit und ein gu­tes Le­ben für alle ein­for­derte und die wusste, dass man das nicht ge­schenkt be­kommt, son­dern selbst er­le­di­gen muss. Des­we­gen ste­hen wir auf ge­gen Ab­schie­be­haft und La­ger, ge­gen Dub­li­nIV und Eu­ro­pean Home­care, ge­gen Fron­tex und Aus­län­der­be­hörde. Und des­we­gen wis­sen wir, dass es da­mit noch lange nicht ge­tan ist.

Kommt zum „die freaks for­merly known as squatters“-Block auf der „Für das Recht, zu kom­men, zu ge­hen und zu bleiben“-Demo am 18.03.2017 in Pots­dam, 15.00 Uhr Naue­ner Tor.

Eine an­dere Welt ist nö­tig!

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