INFORIOT Rund 1400 Menschen haben am Samstag in Potsdam unter dem Motto "Freiräume statt Schlossträume!" für den Erhalt und Ausbau linker Freiräume und alternativer Kultur in der Stadt demonstriert. Vom Hauptbahnhof aus zogen die DemonstrantInnen in einem weiten Bogen durch die Innenstadt bis zum Platz der Einheit. Zwischenstopps gab es unter anderem am ehemaligen Standort der Garnisonkirche.
Hintergrund der Aktion ist die Schließung des Alternativklubs Spartacus vor einigen Monaten, die aktuelle Bedrohung des Projekthauses "Archiv" sowie die gerade erfolgte Besetzung des "La Datscha", eines an der Havel gelegenen Gebäudes. Statt der voranschreitenden Kommerzialisierung Potsdams, den Plänen zum Aufbau des Stadtschlosses und der Garnisonkirche, den steigenden Mietpreisen sollte der Ausbau und die Verteidigung alternativer Kultur "jenseits kapitalistischer Verwertungslogik" vorangetrieben werden - so der Tenor der DemonstrantInnen. "Während die Baugrube für die neue Mitte Potsdams, das Stadtschloss, ausgehoben wird, musste das Spartacus im Zentrum der Stadt schließen", hieß es im Aufruf. An der besagten Baugrube hielten zur Freude der DemoteilnehmerInnen drei als Clowns Verkleidete Schilder mit den Worten "Wünsch dir was" in die Höhe - und wurden dann von der Polizei vertrieben.
Von Punks, Antifas, Fußballfans von Babelsberg 03 über eine Trommelgruppe und einigen VertreterInnen der Partei Die Linke reichte das Spektrum der Demo-TeilnehmerInnen - ein Querschnitt durch die Subkulturen und linken Politströmungen in Potsdam.
Die Demo wurde von für Potsdamer Verhältnisse zahlenmäßig schwachen Polizeikräften begleitet. Es kam zu keinen größeren Zwischenfällen.
Eine gute Nachricht wurde in einem Redebeitrag des Hausprojektes "Uhland 24" verkündet: Die BewohnerInnen kauften erst kürzlich das Gebäude, und sind nicht länger von einer Räumung bedroht.














Thäli
Sicher, eine sehr schöne, große und bunte Demo! Was allerdings bitter aufstößt und auch schon häufiger vorgekommen ist, ist die Teilnahme von Scharfenberg. Dieser ist doch einer der Hauptverantwortlichen für die Misere in der Stadt. Durch seinen einknicken beim Thema Stadtschloss hat er doch den Weg geebnet die Innenstadt immer weiter für Touristen aufzupolieren und ganz nebenbei Millionen von Euro auszuwerfen, die jetzt auch unseren Projekten zählen werden.
Natürlich darf man sein einsetzen für alternative Projekte nicht vergessen, allerdings ist selten etwas handfestes dabei herausgekommen, im Gegensatz zum Stadtschloss und zur (baldigen) Garnisonkirche.
Kurz vor Beginn der Demo war auch deutlich zu sehen, wie er den Polizeichef herzlich umarmte und mit ihm scherzte. Wieso darf dieser Mensch immer wieder an unseren Demonstrationen teilnehmen?
Weitere Bilder
http://www.flickr.com/photos/pm_cheung/sets/72157608774945497/detail/
Schüler
Na dann hoffe ich dass viele von den Schüler_Innen und Student_Innen am Mittwoch den 12.11 um 9 Uhr zum Platz der einheit kommen
und gemeinsam den Bundesweiten Schulstreik begehen. Den nur wer weniger Stress in Uni und Schule hat kann entspannt Feiern.
Initiative Bildung sta(d)t Sch
War eine tolle Sache und ein toller Querschnitt durch alle die sich für Jugendkultur und Kultur im Allgemeinen einsetzen. Es war vor allem ein klasse Zeichen im Vergleich zu den wenigen 300 Pro-Stadtschlossdemonstranten letzte Woche. Man hat also gesehen wo die Mehrheiten liegen.
Die Initiative "Bildung sta(d)t Schloss"
www.bildungstadtschloss.de
karl
schöne demo! hat spaß gemacht mal wieder in potsdam mit vielen leuten zu rocken. nehmt den elan mit in die nächsten wochen/monate, denn der kampf geht weiter. wenn die projekte und szenen dieser stadt zusammen arbeiten - wie bei dieser demo - kommt was gutes raus. avanti!
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