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AfD-Ortsverbände im Bar­nim re­la­ti­vie­ren Ver­bre­chen der Wehr­macht

Quelle: Inforiot

In­fo­riot Am heu­ti­gen Sonn­tag wird bun­des­weit der To­ten und Op­fer von Krieg und Ge­walt­ver­bre­chen ge­dacht. Der Volks­trau­er­tag wird da­bei auch im­mer wie­der von ex­trem rech­ten Grup­pen und Par­teien miss­braucht, um an die ge­fal­le­nen Sol­da­ten des Drit­ten Rei­ches zu er­in­nern. Wa­ren dies in der Ver­gan­gen­heit vor al­lem die NPD und „Der III. Weg“, die mit Trau­er­kund­ge­bun­gen und Grab­pflege von Wehr­machts- und SS-Friedhöfen auf­ge­fal­len sind, wol­len die­ses Jahr zu­min­dest auch die AfD-Ortsverbände Pan­ketal und Ber­nau die­sen Ge­den­ken. Da­bei ste­hen sie in­ner­halb ih­rer Par­tei aber nicht al­leine da.

AfD Barnim Volkstrauertag

Wäh­rend die SS be­reits 1945 zu ei­ner ver­bre­che­ri­schen Or­ga­ni­sa­tion er­klärt wurde, galt die Wehr­macht lange Zeit als „sau­ber“ kämp­fende Ar­mee. Dass die­ser My­thos mehr­fach wi­der­legt ist, ha­ben Aus­stel­lun­gen über die Ver­bre­chen der Wehr­macht und zahl­rei­che Un­ter­su­chun­gen ge­zeigt. So wa­ren Ver­bände der Wehr­macht an Er­schie­ßun­gen von Ju­den im Os­ten Eu­ro­pas be­tei­ligt oder ha­ben diese auf den Weg zu den Er­schie­ßun­gen es­kor­tiert. An diese Fak­ten schei­nen nach wie vor nicht alle zu glau­ben oder igno­rie­ren sie ge­wis­sent­lich, wie zwei AfD-Verbände im Bar­nim. Die Ver­bände in Ber­nau und im Pan­ketal ru­fen dazu auf, sich am 19. No­vem­ber um 9:00 Uhr am Ge­denk­stein an der Dorf­kir­che in Schwa­ne­beck zu tref­fen. In ih­rem Flyer, der mit zwei Bil­dern ge­schmückt ist die aus NS-Pu­bli­ka­tio­nen stam­men, ma­chen sie un­miss­ver­ständ­lich klar, dass sie wei­ter­hin an eine „sau­ber“ kämp­fende Wehr­macht glau­ben, de­ren An­denken von an­de­ren in den Schmutz ge­zo­gen würde. So heißt es: „Schein­bar ist es bei vie­len un­se­res Vol­kes, um den Cha­rak­ter schlecht be­stellt, ge­rade auch bei vie­len in der Po­li­tik, wel­che un­sere Groß­vä­ter und Vä­ter pau­schal als Ver­bre­cher ent­stel­len.“
Für die AfD blei­ben es wei­ter­hin tap­fere Sol­da­ten, „die im bes­ten Glau­ben für ihr Va­ter­land kämpf­ten.“ Kri­ti­sche Worte zum Kriegs­grund oder zum Na­tio­nal­so­zia­lis­mus sucht man ver­geb­lich im Auf­ruf der AfD.

Ganz al­lein ste­hen die bei­den Orts­ver­bände in Bran­den­burg da­mit nicht. Der ehe­ma­lige AfD-Fraktionsführer im Bran­den­bur­ger Land­tag und jet­zi­ger Frak­ti­ons­vor­sit­zen­der der Bun­des­tags­frak­tion, Alex­an­der Gau­land, sagte be­reits im Sep­tem­ber beim ex­trem rech­ten Kyffhäuser-Treffen der AfD, man müsse un­ter die NS-Ver­gan­gen­heit end­lich ei­nen Schluss­strich set­zen. Wei­ter be­tonte er: die Deut­schen „ha­ben das Recht, stolz zu sein auf Leis­tun­gen deut­scher Sol­da­ten in zwei Welt­krie­gen.“
Be­reits im Mai die­sen Jah­res hat Wilko Möl­ler, Vor­sit­zen­der der AfD in Frank­furt (Oder) mit ei­nem Face­book-Post für Fu­rore ge­sorgt. Dort hatte er ein Foto von sich selbst wäh­rend sei­ner Aus­bil­dung beim BGS (heute Bun­des­po­li­zei) in den frü­hen 1990er Jah­ren ge­pos­tet, dass mit dem Spruch: „Klagt nicht, Kämpft!“ ver­se­hen wurde. Die­ser Spruch stammt von der Wehr­macht und wird heute vor al­lem von Neo­na­zis gern be­nutzt.

One thought on “AfD-Ortsverbände im Bar­nim re­la­ti­vie­ren Ver­bre­chen der Wehr­macht

  1. Warum sol­len die deut­schen Sol­da­ten stolz auf ihre Leis­tun­gen sein? Bitte wel­che Leis­tun­gen? Ist es eine Leis­tung, an­dere Mens­dchen tot zu schie­ßen? Ist es eine Leis­tung an­dere Völ­ker zu über­fal­len? Ist es eine Leis­tung, die Häu­ser die­ser Men­schen nie­der­zu­bren­nen? Ist es eine Leis­tung, die Ver­schlep­pung der Men­schen zu unter-stützen?
    Wir ha­ben 72 Jahre Frie­den in Mit­tel­eu­ropa und wol­len, dass es so bleibt.
    AfD: Fliegt doch auf den Mond, da könnt ihr euch aus­to­ben und nehmt bitte eu­ren al­ten Her­ren Gau­land mit!!!!!

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