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f_an­tifa bran­den­burg

Web: fabb.antifa.cc
Mail: fantastisch[at]inforiot.de

Selbst­dar­stel­lung

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Die fabb (f_an­tifa bran­den­burg) ist eine fe­mi­nis­ti­sche An­ti­fa­gruppe in Bran­den­burg, ge­grün­det aus Ak­ti­vis­t_in­nen, die zu­vor mehr oder we­ni­ger in Bran­den­bur­ger Struk­tu­ren Po­li­tik ge­macht ha­ben und dies in ei­nem neuen Zu­sam­men­hang wei­ter­füh­ren wol­len.


Die Be­kämp­fung neo­na­zis­ti­scher Ideo­lo­gie und Struk­tu­ren ist kein Al­lein­stel­lungs­merk­mal für An­ti­fa­grup­pen. Doch der Un­ter­schied zwi­schen Anti-Nazi-Ar­beit und An­tifa-Ar­beit ist die grund­le­gende Ge­sell­schafts­kri­tik, die nicht auf den ver­meint­lich rech­ten Rand der Ge­sell­schaft be­schränkt ist. An­tifa steht für eine kri­ti­sche Ge­sell­schafts­ana­lyse und für pro­gres­sive Ver­än­de­run­gen, d.h. zum Bei­spiel auch, dass es für uns keine Zu­sam­men­ar­beit mit staat­li­chen Re­pres­si­ons- und ver­meint­li­chen Si­cher­heits­or­ga­nen gibt. Da­bei sind Ar­beit ge­gen Na­zis, Ras­sis­mus, Ka­pi­ta­lis­mus und Se­xis­mus so­wie Ge­denk­po­li­tik und die Un­ter­stüt­zung von Be­trof­fe­nen rech­ter Ge­walt in Bran­den­burg po­ten­zi­elle The­men­schwer­punkte un­se­res an­ti­fa­schis­ti­schen Wir­kens, so­wohl in or­ga­ni­sier­ten Zu­sam­men­hän­gen, als auch im All­tag.


Das Auf­de­cken von men­schen­ver­ach­ten­dem Den­ken und Han­deln fängt bei uns selbst an: Wel­che Ras­sis­men und Se­xis­men, wel­che Vor­ur­teile und Ab­wehr­hal­tun­gen ha­ben wir durch un­sere So­zia­li­sa­tion ver­in­ner­licht? Wir wol­len mit Blick auf die be­stehen­den ent­mu­ti­gen­den Ver­hält­nisse neue Lö­sungs­an­sätze und -pro­zesse ent­wi­ckeln, ob­wohl Wirk­lich­keit und ei­ge­ner An­spruch im kras­sen Wi­der­spruch zu­ein­an­der­ste­hen.
Im Hin­blick auf un­sere ei­ge­nen Er­fah­run­gen und Ein­drü­cke ha­ben wir fest­ge­stellt, dass sich bei dem Thema Se­xis­mus in der an­ti­fa­schis­ti­schen Szene oft kein pro­gres­si­ve­res Bild als in den um­lie­gen­den ge­sell­schaft­li­chen Ver­hält­nis­sen ab­zeich­net. “Un­sere” Szene agiert nicht au­ßer­halb der Ge­sell­schaft, son­dern ist viel eher ein Spie­gel die­ser. Zwar ge­hört es zum gu­ten Ton, auch ge­gen Se­xis­mus zu sein, al­ler­dings steht da­hin­ter nur sel­ten eine kri­ti­sche Aus­ein­an­der­set­zung mit den ge­sell­schaft­li­chen Ver­hält­nis­sen und der ei­ge­nen Rolle. Viel zu oft wird die klas­si­sche Rol­len­auf­tei­lung in ‚Män­ner‘ und ‚Frauen‘ re­pro­du­ziert.


Je­doch kann Se­xis­mus nicht als los­ge­löst von an­de­ren Dis­kri­mi­nie­rungs­for­men be­trach­tet wer­den. Nicht­weiße Men­schen oder Men­schen mit ei­ner zu­ge­schrie­be­nen Be­hin­de­rung, die nicht cis-männlich sind, sind eben nicht nur Be­trof­fene von Se­xis­mus, son­dern dar­über hin­aus auch von bei­spiels­weise Ras­sis­mus oder Ab­leis­mus be­trof­fen. Die Ver­knüp­fung von ver­schie­de­nen For­men von Dis­kri­mi­nie­rung muss un­be­dingt mit­ge­dacht wer­den.


Fe­mi­nis­mus und An­ti­fa­schis­mus wer­den häu­fig als zwei ge­trennte Be­rei­che be­trach­tet, aber wir wis­sen: Das ge­hört zu­sam­men! Wir wol­len, dass Fe­mi­nis­mus (nicht nur, aber auch) in der Szene mit­ge­dacht wird und an­er­kannt wird, dass Fe­mi­nis­mus keine Waffe ge­gen ‚Män­ner‘, son­dern eine für Men­schen ist!



Wir ha­ben uns ex­pli­zit als ‚Frauen‘ aus bran­den­bur­gi­schen Struk­tu­ren zu­sam­men­ge­fun­den und se­hen uns als An­ti­fa­gruppe, für die es heißt, ak­tiv zu sein, ohne da­bei im­mer nur zu re­agie­ren. Ebenso ver­ste­hen wir un­sere Gruppe als ei­nen Ort der (Selbst-)Reflexion. Um in ei­nem ge­schütz­ten Rah­men un­sere Er­fah­run­gen mit Se­xis­mus aus­tau­schen zu kön­nen, ha­ben wir uns ent­schie­den, zu­nächst ohne Cis-Männer Po­li­tik zu ma­chen. Wir wer­den aber auch wei­ter­hin mit Cis-Männern und ge­misch­ten Grup­pen zu­sam­men­ar­bei­ten und die in un­se­rer Gruppe ent­stan­de­nen Denk­an­sätze und Po­si­tio­nen in un­sere be­stehen­den Grup­pen tra­gen. So­mit se­hen wir uns als wich­tige Er­wei­te­rung der an­ti­fa­schis­ti­schen Szene, vor al­lem in Bran­den­burg.


Die Krise der An­tifa wurde viel­fach her­auf­be­schwo­ren. Ohne Frage, gibt es Zei­ten, in de­nen die An­ti­fa­be­we­gung sich auf sich be­sinnt. Für uns war die „Krise“ keine. Für die fabb war es der An­fang ei­ner neuen Gruppe.


An­mer­kung: Die ein­fa­chen An­füh­rungs­stri­che mar­kie­ren so­ziale Kon­strukte.

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