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· Brandenburg/Havel: Bilder und Meldung über den Neonazi-Protest für die Freilassung Horst Mahlers

250 Ho­lo­caust­leug­ner bei Kund­ge­bung

Quelle: AFN

Be­richt des AFN

Un­ge­fähr 200 – 250 (Neo)nazis sind am gest­ri­gen Tage vor der Jus­tiz­voll­zugs­an­stalt in Bran­den­burg an der Ha­vel auf­mar­schiert um sich mit dem dort in­haf­tier­ten Ho­lo­caust­leug­ner Horst Mah­ler zu so­li­da­ri­sie­ren.

Der Auf­marsch war von dem eben­falls we­gen Leug­nung des Ho­lo­caus­tes vor­be­straf­ten Ke­vin Käther so­wie dem (neo)nazistischen An­walt Wolf­ram Narath in­iti­iert wor­den und lockte auch in­ter­na­tio­nale Prot­ago­nis­ten die­ses Mi­lieus, z.B. aus Frank­reich, an.

Da­ne­ben so­li­da­ri­sier­ten sich aber auch An­ge­hö­rige so ge­nannte „Freier Kräfte“ aus Ber­lin und Bran­den­burg mit der Ver­an­stal­tung und ih­rer For­de­rung nach der Frei­las­sung Mah­lers aus der Straf­haft so­wie der Ab­schaf­fung des § 130 (Volks­ver­het­zung), StGB.

Wei­ter­hin ver­tre­ten wa­ren auch lo­kale Grö­ßen der NPD, wie Mi­chel Mül­ler, der im Lan­des­vor­stand der Par­tei sitzt so­wie das Amt des Vor­sit­zen­den des Kreis­ver­ban­des Ha­vel-Nu­the inne hat, und Maik Schnei­der, Ab­ge­ord­ne­ter im Kreis­tag Ha­vel­land so­wie in der Stadt­ver­ord­ne­ten­ver­samm­lung Nauen.

In Re­de­bei­trä­gen, auf Ban­nern und Papp­schil­dern wurde da­bei Mah­lers Ver­ur­tei­lung we­gen Ver­leug­nung des Ho­lo­caus­tes, für die er als Wie­der­ho­lungs­tä­ter ein­mal mehr ein­sitzt, als „Ge­sin­nungs­jus­tiz“ de­kla­riert, die an­geb­lich das Grund­recht auf Mei­nungs­frei­heit un­ter­gräbt. Seine Lage, so ein Pla­kat, wurde so gar mit der Si­tua­tion ei­nes chi­ne­si­schen Dis­si­den­ten ver­gli­chen.

Wäh­rend in China po­li­ti­sche De­mons­tra­tio­nen au­ßer­halb der staat­li­chen Kon­trolle auf­grund mas­si­ver Re­pres­sion der Be­hör­den vor Ort eher sel­ten statt­fin­den, konn­ten sich Mah­lers Sym­pa­thi­san­t_in­nen in der Bun­des­re­pu­blik un­ter dem Schutz ei­nes mas­si­ven Po­li­zei­auf­ge­bo­tes hin­ge­gen recht frei ver­sam­meln um ihr wir­res Welt­bild den Ver­an­stal­tungs­teil­neh­mer_in­nen, den An­woh­ner_in­nen so­wie den JVA Be­diens­te­ten mit­zu­tei­len.
Selbst Auf­kle­ber mit der Pa­role „Aus­län­der raus“, die vom so ge­nann­ten „Na­tio­na­len Wi­der­stand Ber­lin“ bei­ge­steu­ert wur­den und vor ge­rau­mer Zeit noch den Straf­tat­be­stand der Volks­ver­het­zung er­füll­ten, konn­ten ohne ein­grei­fen der Be­am­t_in­nen ver­brei­tet wer­den.

Im Ge­gen­satz zur Mo­bi­li­sie­rung der (Neo)nazis, die mit zwei Stra­ßen­bah­nen, ei­nem Rei­se­bus und zahl­rei­chen Pkws an­reis­ten, blieb der an­ti­fa­schis­ti­sche Pro­test eher ver­hal­ten. Zu ei­ner Ge­gen­ver­an­stal­tung an der Stra­ßen­bahn­hal­te­stelle „As­kle­pios Kli­nik“ ver­sam­mel­ten sich nach um­fang­rei­chen Vor­kon­trol­len in­klu­sive Iden­ti­täts­fest­stel­lung ge­rade ein­mal 20 Men­schen, die den Auf­ru­fen des An­ti­fa­schis­ti­schen Netz­wer­kes [AFN], des VVN-BdA so­wie der Ge­werk­schaf­ten ge­folgt wa­ren.

Die Stadt Bran­den­burg an der Ha­vel oder die sa­gen­um­wo­bene „Zi­vil­ge­sell­schaft“ hat­ten hin­ge­gen nicht den Weg zur Ge­gen­ver­an­stal­tung ge­fun­den. Auch auf eine Ali­bi­ver­an­stal­tung fern ab des Ge­sche­hens wur­den in die­sem Jahr kom­plett ver­zich­tet.

Da­mit ist Bran­den­burg an der Ha­vel, im­mer hin die viert­größte Stadt im Land und Na­mens­ge­be­rin der Mark, hin­sicht­lich zi­vil­ge­sell­schaft­li­cher Ak­ti­vi­tä­ten ge­gen (Neo)nazismus und Ras­sis­mus das Schluss­licht un­ter den größ­ten Bran­den­bur­gi­schen Or­ten.

Die (Neo)nazis wer­den es der Stadt dan­ken und gerne wie­der­kom­men.

(Die hier do­ku­men­tier­ten Fo­tos ent­stam­men ei­ner On­line-Ga­le­rie des Por­tals Mee­ting­point Bran­den­burg.)

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